Verwahrloste Kinder in USA gefunden Verdächtige kommen unter Auflagen frei

Nach dem Fund einer Leiche und elf verwahrloster Kinder in den USA kommen die Verdächtigen unter Auflagen frei. Die Minderjährigen sollen für ein Massaker trainiert worden sein.

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Fünf Verdächtige, die wegen Kindesmissbrauchs im US-Bundesstaat New Mexico festgenommen worden waren, dürfen unter Auflagen frei kommen. Eine Richterin setzte die Kaution auf je 20.000 Dollar für drei Frauen und zwei Männer. Außerdem müssen sie Fußfesseln tragen und wöchentlichen Kontakt zu ihrem Anwalt haben.

Die Gruppe war am vergangenen Freitag festgenommen worden. In ihrem Versteck in einer abgelegenen Gegend New Mexicos fanden die Ermittler die Leiche eines Jungen und elf völlig verwahrloste und ausgehungerte Kinder im Alter zwischen einem und fünfzehn Jahren. Die Behörden erklärten, die Kinder aus der Hand bewaffneter Extremisten befreit zu haben.

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Kinder in New Mexico: Verwahrlost und ausgehungert

Sie werfen einem der Festgenommenen vor, die Kinder im Umgang mit Waffen trainiert zu haben. Sie sollten demnach lernen, Waffen schnell nachzuladen, auch in Bewegung. Man habe Bücher über Kampfeinsätze und Waffenbau gefunden, außerdem Gewehre, Pistolen und Munition.

Die Verteidiger sagten, die Polizei rede unberechtigterweise von bewaffneten Militanten. Die aufgefundenen Waffen könne man im Laden kaufen, ihr Mandant habe auch die Erlaubnis, sie zu bedienen und sei nicht vorbestraft. Bei der Festnahme hätten sich die Verdächtigen nicht gewehrt.

Die Rechtsanwälte warfen den Ermittlern Rassismus vor. Es handle sich um schwarze Muslime. "Wären es Weiße christlichen Glaubens, die Waffen besitzen, wäre das keine große Sache." Die Ermittler wiesen das zurück. "Das war kein Campingtrip, keine einfache Siedlung, wie es sie öfter in New Mexico gibt", sagte ein Vertreter der Anklagebehörde.

Siedlung im US-Bundesstaat New Mexico
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Siedlung im US-Bundesstaat New Mexico

Die Richterin nannte den Fall "beunruhigend". Die Ermittler hätten besorgniserregende Erkenntnisse vorgelegt. Konkrete Pläne, die sich gegen die Gesellschaft richteten, hätten sie aber nicht nachweisen können.

Bei allen Festgenommenen handelt es sich um Mitglieder einer Familie, sagte Jerry Hogrefe, Sheriff des Bezirks Taos. Trotz der Auflagen wird der 39-Jährige Hauptverdächtige wohl in Haft bleiben. In Georgia wurde ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt, weil er seinen Sohn entführt haben soll.

Auf dem Gelände in New Mexico sei die Leiche eines Kindes gefunden worden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um den Sohn des 39-Jährigen, die Identifizierung läuft noch.

Der Verdächtige soll der Mutter des Kindes angeblich angekündigt haben, einen Exorzismus an dem Jungen vornehmen zu wollen, da das Kind seiner Meinung nach vom Teufel besessen sei. Der 39-Jährige soll sich mit seinem Kind demzufolge bei der Mutter für einen Besuch im Park abgemeldet haben und nicht zurückgekehrt sein.

jpz/AP



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