Anklage in New York Frau soll Doppelgängerin mit Käsekuchen vergiftet haben

In New York muss sich eine 42-Jährige wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Sie soll einer ihr ähnlich sehenden Frau vergifteten Käsekuchen vorgesetzt haben, um deren Pass zu stehlen.

Käsekuchen (Symbolbild)
AP

Käsekuchen (Symbolbild)


Der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Richard Brown spricht von einem "bizarren Verbrechen": Viktoria N. soll versucht haben, eine Doppelgängerin mit einem Käsekuchen zu vergiften. Der 42-Jährigen wird vorgeworfen, den Kuchen mit einem Betäubungsmittel versetzt sowie den Pass, Bargeld und andere Gegenstände des Opfers gestohlen zu haben. Zudem soll sie das Verbrechen wie einen Suizidversuch aussehen lassen haben.

Die Staatsanwaltschaft hat Viktoria N., eine gebürtige Russin, unter anderem wegen versuchten Mordes, Einbruchdiebstahls, Körperverletzung angeklagt. "Dieses Verbrechen hätte zum Tod einer Frau führen können, deren einzige Schuld war, dass sie einige Gemeinsamkeiten mit der Angeklagten besitzt", sagte Brown. Beide Frauen hätten dunkles Haar, den gleichen Hauttyp und sprächen Russisch.

Viktoria N. war im März 2017 festgenommen worden. Im August 2016 soll sie das 35 Jahre alte Opfer zu Hause im Stadtbezirk Queens besucht und dabei einen Käsekuchen mitgebracht haben. "Die Frau aß den Käsekuchen, erkrankte und legte sich hin", sagte Brown. "Ihre letzte Erinnerung, bevor sie ohnmächtig wurde, ist, dass die Angeklagte neben ihr saß."

Phenazepam im Kuchen

Am nächsten Tag, so der Staatsanwalt, habe eine Freund das bewusstlose Opfer im Bett gefunden - "mit Unterwäsche bekleidet und Tabletten um sich verstreut, so als ob die Frau versucht hätte, sich umzubringen". Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt. Bei der Rückkehr nach Hause fiel der 35-Jährigen den Ermittlern zufolge auf, dass ihr Pass und ihre Arbeitserlaubnis verschwunden waren, ebenso wie ein goldener Ring und Bargeld.

Experten untersuchten den Käsekuchen und entdeckten darin den Stoff Phenazepam, ein in der Sowjetunion entwickeltes Betäubungsmittel. Die Tabletten enthielten demnach denselben Wirkstoff.

In einem Interview mit dem US-Sender CBS hatte Viktoria N. bestritten, die andere Frau dazu gezwungen zu haben, den Kuchen zu essen. Sie wies zudem den Vorwurf zurück, in Russland eine Frau betäubt und getötet zu haben, ehe sie nach New York floh.

Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 25. Mai festgesetzt. Bei einer Verurteilung drohen Viktoria N. bis zu 25 Jahre Haft.

wit/AP



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