News Corp in Therapie: Familienaufstellung mit den Murdochs
Diese Murdochs! Auch in den besten Familien fliegen offenbar mal die Fetzen. Der Sohn will Papas Liebling sein, die Tochter auch mal recht haben, und der Vater kann sich nicht entscheiden. Da hilft nur noch eins: ein Termin beim Familientherapeuten.
London - Wer erbt den Hof? Unter Bauern ist diese Frage seit Jahrhunderten umstritten. An der Dramatik der Vererbungslehre hat sich bis heute wenig geändert. Vielleicht hatten die Murdochs dies im Sinn, als sie sich daranmachten, die Nachfolge an der Spitze des familieneigenen Medien-Imperiums News Corp. zu regeln.
Ein Abhörskandal hatte ihr umsatzstarkes Blatt "News of the World" ins Aus geschossen, die Welt sich gegen News Corp. verschworen und Patriarch Rupert sah seine Tage gezählt.
In dieser aufgeladenen Atmosphäre holten sich die Murdoch-Kinder professionelle Hilfe von ungewöhnlicher Seite: Sie zogen einen Familientherapeuten zu Rate. Das will eine Journalistin des amerikanischen Monatsmagazins "Vanity Fair" herausgefunden haben. "Die Geschwister holten sich für die Nachfolgefrage therapeutische Hilfe", schreibt die Autorin.
So kamen an einem geheimen Ort Geschwister zusammen, die sich im echten Leben nicht unbedingt zum Tee verabreden würden: Sohn James, Rupert Murdochs viertes Kind, Lachlan, der Älteste, die Töchter Elisabeth und Prudence.
Das therapeutische Bedürfnis der Geschwister beweist, wie sehr der Abhörskandal den Familienfrieden störte. "Elisabeth machte ihren Bruder dafür verantwortlich, dass der Abhörskandal außer Kontrolle geriet", heißt es in "Vanity Fair". "Sie wandte sich an ihren Vater und drängte ihn, wieder die Kontrolle zu übernehmen." Sie soll ihm sogar vorgeschlagen haben, James eine Auszeit zu verordnen.
Vater Rupert habe die Idee erwogen, James, seinen von ihm installierten Nachfolger, angerufen und zu ihm gesagt: "Vielleicht solltest du auch gehen." Doch nach einer schlaflosen Nacht habe er es sich wieder anders überlegt.
Bei News Corp. weigert man sich bislang, zu den Schilderungen von "Vanity Fair" Stellung zu nehmen.
jbr
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- Mittwoch, 02.11.2011 – 20:18 Uhr
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