Niederlande Massengentest soll möglichen Mord an Elfjährigem aufklären

Vor 20 Jahren starb der damals elfjährige Nicky. Die niederländische Polizei geht von Mord aus. Mit einem Massengentest will sie jetzt den möglichen Täter überführen.

Ermittler vor dem Bild von Nicky Verstappen
DPA

Ermittler vor dem Bild von Nicky Verstappen


Mit dem bisher größten DNA-Massentest in den Niederlanden will die Polizei nach 20 Jahren den mutmaßlichen Mord an dem elfjährigen Nicky aufklären. Der Junge starb im Grenzgebiet bei Aachen.

Rund 21.500 Männer zwischen 18 und 75 Jahren sind aufgerufen, im Februar freiwillig eine DNA-Probe abzugeben, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hoffen, auf diesem Weg Verwandte des Mannes zu finden, dessen Spuren auf der Kleidung des Jungen entdeckt worden waren. Sie wollen darüber den Täter finden. Das sei die letzte Chance, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nicky Verstappen war im August 1998 bei einer Ferienfreizeit aus einem Zeltlager im Grenzgebiet Brunssummerheide nordwestlich von Aachen spurlos verschwunden. Die Polizei fand die Leiche am nächsten Tag. Bis heute ist unklar, was genau geschah. Die Todesursache konnte nicht eindeutig geklärt werden. Die Polizei geht aber von Mord aus.

Die sogenannte DNA-Verwandtschaftsuntersuchung soll von Ende Februar bis Mitte März laufen. Die DNA-Analysen dürften sechs bis zwölf Monate dauern. Sollte eine Probe Ähnlichkeiten mit der an Nickys Leiche gefundenen DNA-Spuren aufweisen, müssten die Ermittler nach den Angehörigen des Probanden suchen.

Zur Zielgruppe gehören Männer, die im August 1998 in dem Untersuchungsgebiet lebten und weggezogen sind oder dort noch immer leben. Die Männer selbst gelten nicht als Verdächtige, teilte die Polizei mit.

Erfolg bei früherem Test

Ein Problem sei die nahe liegende Grenze nach Deutschland, teilt die Staatsanwaltschaft mit: Aus juristischen Gründen könne das deutsche Grenzgebiet nicht miteinbezogen werden.

Ein ähnlicher Massentest hatte den niederländischen Ermittlern im Dezember erstmals geholfen, einen 25 Jahre zurückliegenden Mordfall zu lösen. Auf die Spur des Täters kamen sie durch einen Verwandten, der sich gemeinsam mit 130 weiteren Freiwilligen einem DNA-Test unterziehen ließ.

Darüber fanden sie den Mann, der 1992 eine 19-Jährige in der unweit von Amsterdam gelegenen Stadt Zaandam vergewaltigt und ermordet hatte. Ermöglicht wurde die ungewöhnliche Fahndungsmethode durch ein 2012 verabschiedetes Gesetz.

brt/dpa/AFP

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