Verurteilter Ex-SS-Mann Oskar Gröning bittet Justizministerin um Gnade

Sein erstes Gnadengesuch wurde abgelehnt, nun versucht es Oskar Gröning erneut: Der "Buchhalter von Auschwitz" hat ein weiteres Gesuch beim niedersächsischen Justizministerium eingereicht.

Oskar Gröning
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Der frühere SS-Mann Oskar Gröning hat ein Gnadengesuch beim niedersächsischen Justizministerium eingereicht. Das teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Damit muss Justizministerin Barbara Havliza (CDU) die endgültige Entscheidung treffen, ob der 96-Jährige seine Haft antreten muss. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ein erstes Gnadengesuch des "Buchhalters von Auschwitz" abgelehnt.

Das Landgericht Lüneburg hatte Gröning 2015 wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Freiheitstrafe verurteilt. Im Dezember entschied das Bundesverfassungsgericht, dass er haftfähig ist und die Haft antreten muss. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte angekündigt, ihm zeitnah die Ladung zum Strafantritt zu schicken.

Eine Beschwerde aus Gesundheitsgründen hatte das Bundesverfassungsgericht abgewiesen. Ein Amtsarzt, der Gröning in der Vergangenheit untersuchte, hatte eine pflegerische und ärztliche Betreuung zur Bedingung einer Inhaftierung des 96-Jährigen gemacht. Schwere Gesundheitsgefahren seien nicht erkennbar, und Beeinträchtigungen könnten durch medizinische Vorkehrungen im Gefängnis Rechnung getragen werden.

Gröning hatte eingeräumt, im Konzentrationslager Auschwitz Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben.

vik/dpa

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