Computerpanne Polizeirechner in Niedersachen lahmgelegt

In Niedersachsen streikten über Tage immer wieder zahlreiche Polizeicomputer. Zeitweise konnten Beamte am Rechner keine Auskünfte über Verdächtige abfragen. Das Innenministerium beschwichtigt.

Polizeiwappen aus Niedersachsen
DPA

Polizeiwappen aus Niedersachsen


Die Polizei in Niedersachsen hatte tagelang mit massiven IT-Ausfällen zu kämpfen. Wie eine Sprecherin des Innenministeriums dem SPIEGEL bestätigte, gab es seit Montag landesweit "Störungen im Bereich der Serverinfrastruktur und bei der Datenverarbeitung". Zahlreiche der insgesamt 19.000 Polizeirechner mit der zentral gesteuerten IT-Plattform "Polizei-Client" seien zeitweise lahmgelegt gewesen. Der NDR hatte zuerst darüber berichtet.

Beamten war es demnach vielfach nicht möglich, E-Mails zu schreiben, Windows zu nutzen und die internen Systeme Polas und Nivadis zu bedienen. Auskünfte über Personen seien mitunter nicht am Rechner abrufbar gewesen. Ein solcher Ausfall kann besonders in einer Zeit, in der eine Fahndung läuft, die Polizeiarbeit erheblich behindern.

Beamte greifen zu Zettel und Stift

Ein betroffener Polizist aus Niedersachsen sagte dem SPIEGEL, die Ausfälle hätten zum Teil mehrere Stunden gedauert. "Die Gesamtorganisation steht dann still." Bei wie vielen Rechnern im Land es Ausfälle gab, konnte die Sprecherin im Innenministerium nicht sagen. Am Freitagmorgen habe es bisher keine Störungsmeldungen gegeben. Man gehe davon aus, dass das Problem behoben sei.

Zur Ursache konnte die Sprecherin keine konkreten Angaben machen. Klar sei, dass es sich "nicht um eine Cyberattacke oder einen Computervirus" handele. Grundsätzlich sei die "notwendige Kommunikationsfähigkeit" gegeben gewesen. In manchen Situationen hätten Beamte zu Zettel und Stift greifen müssen.

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