Norwegen Mann soll mehr als 300 Kinder missbraucht haben

Die Staatsanwaltschaft spricht vom größten Missbrauchsfall in der Geschichte Norwegens: Ein heute 26-Jähriger soll jahrelang Jungen sexuell genötigt haben. Betroffen sind Jugendliche in drei Ländern.


Ein 26 Jahre alter Norweger ist angeklagt, mehr als 300 Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Oslo mit. Generalstaatsanwalt Guro Hansson Bull sprach vom "bislang größten Missbrauchsfall in Norwegen."

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte sich der Beschuldigte, bei dem es sich laut Berichten um einen Fußballschiedsrichter handelt, seit 2011 an seinen männlichen Opfern im Alter von 13 bis 16 Jahren vergangen. Er soll sich im Internet als Frau ausgegeben und die Jungen zu Handlungen an sich selbst genötigt haben. Als Gegenleistung habe er ihnen Nacktfotos versprochen. Einige seien vergewaltigt worden, hieß es. Dazu gaben die Ermittler aber keine Details bekannt.

Der Mann habe sich nach Angaben der Polizei im Bezirk Øst in Chatforen und auf Snapchat als Mädchen ausgegeben und sexuelle Gespräche eingeleitet. Er habe die Jungen dazu gebracht, sich beim Onanieren zu filmen und ihm diese Videos zu senden. Später drohte er ihnen, diese Filme im Internet zu veröffentlichen, wenn sie nicht weitere Aufnahmen schickten. Die Polizei fand der Zeitung "Verdens Gang" zufolge 16.463 unterschiedliche Filme auf seinem Computer.

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Betroffen sind Jugendliche in Norwegen, Schweden und Dänemark. Der Mann ist seit 2016 in Haft und grundsätzlich geständig. Er habe sich aber noch nicht zu allen Anklagepunkten geäußert, sagte seine Anwältin Gunhild Laerum dem Sender NRK. Der Prozess ist für das kommende Jahr angesetzt.

kry/AFP/dpa



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