NRW 30-Jährige stirbt nach Behandlung in Kosmetikstudio

Es war das tragische Ende einer Schönheitskur: Bei dem Besuch eines Kosmetikstudios im nordrhein-westfälischen Lippstadt hat eine Frau einen Kreislaufschock mit tödlichen Folgen erlitten. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Betreiberin des Salons.


Lippstadt - Der 30-Jährigen aus Anröchte war am 15. Januar ein Betäubungsmittel injiziert worden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn heute mitteilte. Die Kundin erlitt einen Kreislaufschock und kam auf die Intensivstation eines Krankenhauses. Dort starb sie eine Woche später.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Betreiberin des Studios. Die 42-Jährige soll mit der Spritze eine Vene ihrer Kundin getroffen haben, so dass das Medikament direkt in die Blutbahn gelangte und einen Kreislaufschock auslöste.

In einem mündlichen Bericht machten Rechtsmediziner aus Münster diesen Umstand für den Sauerstoffmangel im Gehirn verantwortlich, der als Todesursache diagnostiziert wurde. Details wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht nennen. "Wir warten auf den schriftlichen Bericht." Es scheine nicht unüblich zu sein, dass bei Kosmetikbehandlungen wie beispielsweise einer Haarentfernung Betäubungsspritzen unter die Haut gesetzt würden, sagte er.

Die Inhaberin des Kosmetiksalons habe die Frau selbst behandelt. Die 42-Jährige habe sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. "Es ist noch nicht klar, ob das Medikament nicht möglicherweise verschreibungspflichtig ist", fügte der Sprecher hinzu. Weil das Mittel nicht unter die Haut, sondern direkt in den Blutkreislauf gelangte, bestehe der Verdacht, dass die Spritze unsachgemäß gesetzt worden sei. "Ob eine Kosmetikerin überhaupt eine Betäubungsspritze setzen darf, wird noch geprüft."

jdl/ddp/dpa



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