Kriminalität NRW-Innenminister Reul beklagt Versäumnisse im Kampf gegen Clan-Mitglieder

Im Kampf gegen kriminelle Clan-Mitglieder ist der Staat lange Zeit zu lasch vorgegangen, moniert NRW-Innenminister Reul im SPIEGEL: "Wir haben es verpennt." Der CDU-Politiker kündigt neue Maßnahmen an.

Herbert Reul (CDU)
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Herbert Reul (CDU)

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Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) beklagt, dass der Staat kriminelle Mitglieder von Clans lange nicht entschieden bekämpft habe: "Die Politik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig um das Phänomen gekümmert. Wir haben es verpennt. Und vielleicht war es auch nicht opportun?"

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Heft 8/2019
Arabische Familienbanden haben den Staat lange verhöhnt - jetzt schlägt er zurück

In einem SPIEGEL-Interview spricht er über die Razzien, die zuletzt in NRW durchgeführt worden sind, und kündigt weitere Maßnahmen an: "Wir haben angefangen, wir werden nicht aufhören." (Lesen Sie hier das vollständige Interview bei SPIEGEL+.)

Reul bezeichnet es als "eine Mammutaufgabe, den Clans das Handwerk zu legen"; er "glaube nicht, dass sich das in den fünf Jahren meiner Amtszeit zu Ende bringen lässt". Reul weist Kritik an den medienwirksamen Razzien zurück: "Die öffentliche Wirkung ist Teil der Einsatztaktik. Und keine Erfindung der PR-Abteilung des Ministers."

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt hat vor zwei Jahren das Projekt "Keeas" gestartet, Abkürzung für "Kriminalitäts- und Einsatzbrennpunkte geprägt durch ethnisch abgeschottete Subkulturen". Seit Oktober 2018 liegt der Abschlussbericht vor. Darin ist, wie der SPIEGEL weiter berichtet, zu lesen: "Die Erkenntnisse dokumentieren aktuell eine Expansion der (…) von 'Clankriminalität' ausgehenden Gefahren für die Sicherheitslage in NRW." Mit üblichen Polizeimaßnahmen komme man nicht weiter.

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insgesamt 60 Beiträge
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matti99 15.02.2019
1. "in den 5 Jahren seiner Amtszeit"....
da kann man nur hoffen, daß dazwischen ja auch noch neue Landtagswahlen stattfinden. Bisher war es reiner Aktionismus.
viceman 15.02.2019
2. ich lese immer nur
von arabischen oder nordafrikanischen clans. in der realität blendet das aber aus, das in vielen Städten die albanischen großfamilien die unterwelt aufgemischt haben. aber das scheint nicht opportun zu sein, daß kriminelle albaner, auch aus dem kosovo , eine reale gefahr darstellen...
demiurg666 15.02.2019
3.
Die Regierung hat es versäumt gegen kriminelle Ausländer vorzugehen, dafür hat die CSU und die AFD es geschafft Flüchtlinge als Kriminelle darzustellen... Ist halt einfacher auf wehrlose einzuschlagen anstelle das Gewaltmonopol des Staates durchzusetzen.
tonyphlex 15.02.2019
4. Kuscheljustiz
Die OK tanzt dem Rechtsstaat auf der Nase herum. Und immer wieder schützt die Rechtsprechung die Täter und nicht die Opfer. Manchmal fragt man sich ob ihr da oben, blind, blöd oder beides seid, oder andersherum müsste man glauben ihr steckt mit den Familien unter einer Decke.
bluemetal 15.02.2019
5. Fragen
Man fragt sich wer denn diese Menschen alle ins Land gelassen hat und warum man deren Aufenthalt nicht einfach nach dem Ausländerrecht beendet ? Hier wird der Rechtsstaat zur Lachnummer. Mit hier und da ein bißchen punktuell ermitteln wird man diesen Subkulturen nicht mehr Herr. Wer vor Jahren vor Einwanderungskriminalität und Terror gewarnt hat wurde und wird als rechtsextrem verhöhnt.... auch vom Spiegel.
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