Plädoyers der Verteidigung NSU-Prozess stockt wegen neuer Befangenheitsanträge

417 Verhandlungstage sind vorbei - und noch immer ist im NSU-Prozess nicht abzusehen, wann die Verteidiger ihre Plädoyers halten werden.

Angeklagte Zschäpe mit Anwälten (Archivbild)
DPA

Angeklagte Zschäpe mit Anwälten (Archivbild)


Die Plädoyers der Verteidiger im Münchner NSU-Prozess werden frühestens in der kommenden Woche beginnen. Grund sind zwei neue Befangenheitsanträge des Mitangeklagten André E., die erst kurz vor dem geplanten Sitzungsbeginn bei Gericht eingingen. Die Prozesstage am Mittwoch und Donnerstag wurden daraufhin kurzfristig abgesetzt, weiter geht es Dienstag kommender Woche.

Eigentlich sollten schon länger die Wunschverteidiger der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe, Hermann Borchert und Mathias Grasel, ihr Plädoyer halten. Allerdings hatten diverse Befangenheitsanträge, juristische Streitereien und eine kurze Krankheit Zschäpes den Prozess in den vergangenen Wochen immer weiter verzögert (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Anklagebehörde fordert für die Hauptangeklagte Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung.

Die Angeklagten im NSU-Prozess
Foto Beate Zsch¿pe
Foto Ralf Wohlleben
Foto Holger G.
Foto Carsten S.
Foto Andr¿ E.

Fotos: BKA/DER SPIEGEL

Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des "Nationalsozialistischen Untergrunds" gewesen sein und deshalb als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde, neun davon aus rassistischen Motiven.

mxw/dpa



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