NSU-Prozess Plädoyers der Verteidiger verzögern sich weiter

Im Münchener NSU-Prozess wurden die Plädoyers der Verteidiger von Beate Zschäpe erneut verschoben. Grund dafür war zum wiederholten Male ein Befangenheitsantrag.

Hermann Borchert, Beate Zschäpe, Mathias Grasel
DPA

Hermann Borchert, Beate Zschäpe, Mathias Grasel


Ein weiterer Befangenheitsantrag hat die Plädoyers von Beate Zschäpes Verteidigern im NSU-Prozess erneut verzögert. Der mutmaßliche Lieferant der Mordwaffe, Ralf Wohlleben, lehnte zu Beginn der Verhandlung sämtliche Richter des Münchner Staatsschutzsenats am Oberlandesgericht ab. Weiterverhandelt werden soll am Dienstag.

Das Gericht hatte zuvor mehrere Anträge Wohllebens abgelehnt, einen neuen Zeugen zu vernehmen. Nach Überzeugung seiner Anwälte soll dieser Zeuge die Ceska 83 an das abgetauchte NSU-Trio ausgeliefert haben und nicht Wohlleben. Die Verteidiger berufen sich auf einen Neonazi aus Baden-Württemberg. Der hatte vor dem Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss gesagt, er habe drei Waffen an den Mann weitergegeben, den die Wohlleben-Verteidiger als Zeugen hören wollten.

Mit der Ceska haben Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Morde verübt. Die Opfer waren in diesen Fällen türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende. Zschäpe ist als Mittäterin des "Nationalsozialistischen Untergrunds" angeklagt. Für sie hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft gefordert, für Wohlleben zwölf Jahre.

NDR-Doku: Die Nazi-Morde - Wer war der NSU?

bbr/dpa

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