NSU-Prozess Holger G. zu drei Jahren Haft verurteilt

Holger G. verschaffte dem NSU Papiere - und belastete nach seiner Festnahme Beate Zschäpe. Nun ist er wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen worden.

Holger G. mit Anwalt Pajam Rokni-Yazdi (Archiv)
DPA

Holger G. mit Anwalt Pajam Rokni-Yazdi (Archiv)


Der sechste Strafsenat des Münchner Oberlandesgerichts hat Holger G. im NSU-Prozess wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu drei Jahren Haft verurteilt.

Holger G. hatte zugegeben, die untergetauchten Neonazis unterstützt zu haben. Aus Freundschaft will er einmal eine Waffe überbracht sowie Personalpapiere für Uwe Böhnhardt beschafft haben - und eine Krankenkassenkarte für Beate Zschäpe. Von den Anschlägen und Morden des "Nationalsozialistischen Untergrunds" habe er aber nichts geahnt, behaupteten seine Verteidiger vor Gericht - und forderten eine milde Strafe von "unter zwei Jahren".

Die Bundesanwaltschaft hatte für G. fünf Jahre Haft wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gefordert. Spätestens, als er dem Trio eine weitere Waffe besorgt hatte, müsse er gewusst haben, dass sie auch für Morde eingesetzt werden könne.

Holger G. war in Bezug auf Zschäpe ein wichtiger Belastungszeuge. Vor Gericht verlas er zwar eine Erklärung, wollte sich aber nicht befragen lassen. In den polizeilichen Vernehmungen jedoch hatte er Zschäpe als durchsetzungsstark und als dominierende Kassenwartin des Trios beschrieben. Wichtige Entscheidungen seien ohne Zschäpe undenkbar gewesen. Zschäpes Verteidiger hatten diese Darstellung zurückgewiesen. Ihre Mandantin sei von ihren Gefährten abhängig gewesen, so ihre Darstellung.

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