NSU-Prozess Presseplätze für freien Journalisten und "FAZ"

Bewegung bei der Vergabe der Presseplätze im NSU-Prozess: Dem freien Journalisten Oliver Renn ist per Losverfahren nachträglich ein Platz zugeteilt worden, wie das Oberlandesgericht mitteilte. Die Mediengruppe Madsack verzichtetet zugunsten der "FAZ" auf einen Platz.


Hamburg - Bei der Neuvergabe der Presseplätze im NSU-Prozess hat ein freier Journalist einen Platz zugelost bekommen. Wie das Oberlandesgericht München mitteilte, darf Oliver Renn von "Das ZOB" (Das Zentralorgan Berlin) bei dem am Montag beginnenden Verfahren dabei sein.

Ein Presseplatz hatte erneut verlost werden müssen, nachdem irrtümlicherweise das Los eines WDR-Journalisten gezogen worden war, der zuvor seinen Akkreditierungsantrag zurückgezogen hatte.

Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") hat nun einen reservierten Platz: Wie das Blatt auf seiner Internetseite bekannt gab, übernimmt es den Platz der "Oberhessischen Presse". Diese gehört zur Mediengruppe Madsack, die über die ebenfalls zur Verlagsgruppe gehörenden "Lübecker Nachrichten" den Prozess begleiten kann. Außerdem erklärte die "FAZ", auf eine Verfassungsbeschwerde zu verzichten.

Der Streit um die Presseplätze beim NSU-Prozess tobt seit Wochen. Der ursprüngliche Prozessbeginn war für Mitte April vorgesehen, wurde aber wegen der erfolgreichen Klage der türkischen Zeitung "Sabah" verschoben.

Die Vergabe musste komplett wiederholt werden, und auch die zweite Runde verlief nicht ohne Pannen. Der Unmut ist geblieben: Viele große deutsche Zeitungen gingen leer aus. So erhielten unter anderem die "Welt" und die "taz" keinen sicheren Platz. Sie erwägen ebenfalls eine Klage.

gam/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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janne2109 02.05.2013
1.
für dieses Thema reicht leider mein Verstand nicht aus, unglaublich
edmond_d._berggraf-christ 02.05.2013
2. Spät besinnt sich das so genannte Verfassungsgericht auf das Recht
Es ist höchst bedauerlich, daß das so genannte Bundesverfassungsgericht beim Münchner Gerichtsstreit dem Ausland die geforderte Extrawurst zu gestanden hat, denn andernfalls hätte man hier auf Großen hoffen gedurft, weil sich der neue Großtürke dann leicht dazu hinreißen lassen hätte, gegen Deutschland in ähnlicher Weise zu poltern wie er dies jüngst gegen den Levanteengel getan hat, wodurch sich die Parteiengecken gegenüber dem Volk bis auf die Knochen blamiert haben würden. Daher hilft es nun wenig, wenn sich nun das so genannte Verfassungsgericht auf die Unabhängigkeit der Gerichte besinnt und der hiesigen Pressemeute nun die Extrawürste verweigert; wenn auch deren Züchtigung durch das Los höchst verdient ist, denn dadurch hat man viele der eitlen Platzhirsche aus dem Gerichtsaal gekegelt; insgesamt aber hat sich das Münchner Oberlandesgericht formell recht wacker geschlagen und man darf nun auf sein Verfahren in der Sache gespannt sein, denn hier könnte noch manches geschehen.
bassa 02.05.2013
3. So ein Gerede immer
Ständig wird so geschrieben und der Eindruck vermittelt, als wäre NSU eine Riesen Organisation gewesen, dabei ist es doch so das wenn die beiden Idioten sich nicht umgebracht hätten die gar keiner wahrgenommen hätte. Die RAF war eine Terrorzelle, nicht schön aber über lange (zu lange) zeit schlimm aktiv, die beiden Typen und die wahrscheinlich teils unwissende Frau sicher Mörder, jedoch keine Neonazi Untergrund Organisation
c++ 02.05.2013
4.
Der Springerverlag und damit die Welt ist vertreten. Auch die BILD gehört bekanntlich dazu. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass nur noch die TAZ ausgeschlossen ist, obwohl die besonders laut gefordert hat, dass ein Teil der reservierten Plätze an türkische Kollegen gehen müssen. Dumm gelaufen. Immerhin kann man sich trösten, dass jetzt Sabah auf dem Platz der TAZ sitzt.
BettyB. 02.05.2013
5. Was für eine Klüngelei
Wieso kann jemand einem anderen seinen zugelosten Platz überlassen. Wenn jemand nicht erscheinen will, müßte der frei werdende Platz doch unter allen Interessenten verlost werden. Oder ist Journalisten das Amigo-Verfahren erlaubt?
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