NSU-Prozess: Kölner Nagelbombenattentat bleibt Teil des Verfahrens

Vierter Verhandlungstag in München: Der Kölner Nagelbombenanschlag bleibt im NSU-Prozess Zur Großansicht
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Vierter Verhandlungstag in München: Der Kölner Nagelbombenanschlag bleibt im NSU-Prozess

Der Entschluss wird bei Nebenklägern für Erleichterung sorgen: Das Münchner Oberlandesgericht hat entschieden, dass der Anschlag auf der Kölner Keupstraße nicht vom NSU-Verfahren abgetrennt wird. Der Prozess wird am 4. Juni fortgeführt.

München - Der Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße wird nicht aus dem NSU-Prozess ausgekoppelt. "Der Senat beabsichtigt derzeit nicht, eine Abtrennung des Komplexes Keupstraße vorzunehmen", sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl nach der Mittagspause. Sowohl die Bundesanwaltschaft als auch Nebenkläger und Verteidigung hatten sich gegen eine Abtrennung ausgesprochen.

Das Gericht hatte über ein separates Verfahren nachgedacht, weil sich in dem Fall möglicherweise noch weitere Nebenkläger anschließen könnten. Bei dem Anschlag am 9. Juni 2004 waren 22 Menschen teilweise lebensgefährlich verletzt worden.

Der vierte Prozesstag um die Terroranschläge des NSU hatte mit Stellungnahmen zu Anträgen von Verteidigung und Nebenklägern begonnen. Unter anderem hatten die Anwälte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe verlangt, den Prozess drei Wochen zu unterbrechen, um Einsicht in die Akten aus den parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschüssen nehmen zu können.

Bundesanwalt Herbert Diemer sah dies als unbegründet an. "Es kann darin nichts enthalten sein, was für die Schuld- und Straffrage von Bedeutung ist." Zahlreiche Nebenkläger sahen dies jedoch anders und hatten ebenfalls weitergehende Einsicht in die Akten verlangt. Zu mehreren Anträgen wurde noch nicht entschieden.

Derweil kündigten die Angeklagten Holger G. und Carsten S. an, vor Gericht aussagen zu wollen. Der Prozess wird nach den Pfingstferien am 4. Juni fortgesetzt.

gam/AFP/dpa

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1. Das...
zombie69 16.05.2013
Urteil ist längst gefallen. Lediglich peinliche Show der Justiz, um ihre ohnehin längst verlorene Glaubwürdigkeit etwas auszubessern. Abgehakt!
2. (°_°)
Just4fun 16.05.2013
ich würde gerne den Reigen der Verschwörungstheorien eröffnen: "Derweil kündigten die Angeklagten Holger G. und Carsten S. an, vor Gericht aussagen zu wollen." Da werden wohl demnächst zwei Selbstmorde ins Haus stehen ....
3. Verhandlung eine Farce
fragel 16.05.2013
Wer an eine faire Gerichtsverhandlung glaubt , hat sich geirrt . Solange sogenannte VS-Sachen verschwiegen werden , ist eine Faire Verhandlung nicht gegeben. -Akteneinsicht: Richter räumt Probleme ein Weil zum Teil geheime Dokumente selbst vom Gericht nicht kopiert werden dürfen, müssen die Nebenkläger-Anwälte ins Gericht kommen und selbst nachschauen. Bei der großen Zahl an Anwälten sei das „organisatorisch schwierig“, gibt der Vorsitzende Richter Götzl zu. Die Auflagen der Untersuchungsausschüsse würden in der Tat Schwierigkeiten bereiten.- Hier wird also verschwiegen , in wie weit staatliche Stellen an den Morden beteiligt waren , oder möglicherweise Beihilfe geleistet haben. Die Angeklagten werden als Bauernopfer missbraucht. Für die Angehörigen der Opfer muss es ein Schlag ins Gesicht sein. Oder sie schweigen , damit sie Ihr Geld bekommen.
4. @just4fun
spiegelneuronen 16.05.2013
Zitat von Just4fun"Derweil kündigten die Angeklagten Holger G. und Carsten S. an, vor Gericht aussagen zu wollen." Da werden wohl demnächst zwei Selbstmorde ins Haus stehen ....
Die Drohkulisse wird Angesichts des Antrags der Verteidigerin Schneiders zumindest gerade aufgebaut. Anscheinend bedarf es aus deren Sicht derselben. Ich wünsche den Ermittlungs-, Strafvervolgungs- und Justizbehörden zukünftig eine mindestens genauso umfängliche Zusammenarbeit, wie sie anscheinend in der rechtsradikalen Szene herrscht. Damit meine ich die Zusammenarbeit der staatlichen Stellen untereinander und nicht mit der rechtsradikalen Szene. Ansonsten steht wohl die "Verherrlichung" von Mundlos und Bönhardt in der rechtsradikalen Szene, schlimmstenfalls zu befürchten. Das wäre für die Allgemeinheit und die Opfern und deren Angehörige nicht vermittelbar.
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Die Angeklagten im NSU-Prozess
Foto Beate Zsch¿pe
Foto Ralf Wohlleben
Foto Holger G.
Foto Carsten S.
Foto Andr¿ E.

Fotos: BKA/DER SPIEGEL

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