NSU-Prozess Ralf Wohlleben zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der Waffenbeschaffer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" ist schuldig gesprochen worden: Das Oberlandesgericht München verurteilte Ralf Wohlleben wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Gefängnis.

Ralf Wohlleben
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Ralf Wohlleben


Im NSU-Prozess hat das Oberlandesgericht München gegen Ralf Wohlleben eine lange Freiheitsstrafe verhängt. Der im Prozess um die Taten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" mitangeklagte frühere NPD-Funktionär hat sich demnach der Beihilfe des Mordes schuldig gemacht. Wohlleben gilt als einer der wichtigsten Unterstützer des Netzwerks.

Die Bundesanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen Beihilfe zu neunfachem Mord gefordert. Wohlleben soll die Beschaffung jener Ceska-Pistole organisiert haben, mit der die Terrorzelle neun Menschen ausländischer Herkunft ermordete. Wohlleben hat das stets bestritten.

Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten bezeichnete Wohlleben in seinem Plädoyer als "Spiritus Rector", als leitenden, lenkenden Geist und als "Mastermind mit überlegenem Sonderwissen". Der frühere Vizechef der Thüringer NPD habe nach dem Abtauchen des NSU-Trios die Rolle des "Chef-Unterstützers" und die "zentrale Steuerung der Auftragserledigung" übernommen.

Wohllebens Verteidiger Nicole Schneiders, Olaf Klemke und Wolfram Nahrath - alle drei als rechte Szeneanwälte bekannt - hatten in dem Verfahren die meisten Befangenheitsanträge gegen den Strafsenat gestellt und immer wieder die Richter direkt attackiert. Wohlleben sei "Bauernopfer" und "Sündenbock", sagte Schneiders in ihrem Plädoyer - und forderte einen Freispruch.

apr/dpa



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