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NSU-Prozess: Drei Zschäpe-Anwälte wollen Mandat niederlegen

Zschäpe-Verteidiger Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer (v.l.): Sie wollen entpflichtet werden Zur Großansicht
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Zschäpe-Verteidiger Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer (v.l.): Sie wollen entpflichtet werden

Im Münchner NSU-Prozess wollen drei der vier Verteidiger der Angeklagten Beate Zschäpe ihr Mandat niederlegen. Jetzt droht das Verfahren zu platzen.

Im Münchner NSU-Prozess haben die Stammverteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm, beantragt, ihre Mandate niederzulegen.

Das Trio verteidigt Zschäpe seit Beginn des Verfahrens. Das Verhältnis galt zuletzt als gestört. Rechtsanwalt Heer sagte, er habe sich den Schritt reiflich überlegt. Er sei sich darüber im Klaren, dass der Prozess damit neu begonnen werden müsste.

Eine optimale Verteidigung von Zschäpe sei aber unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich. Eine detaillierte Begründung für den Antrag könne er wegen seiner Verpflichtung zur Verschwiegenheit nur Zschäpe geben.

Gericht verlangt ausführliche Begründung

Zschäpe hatte vor kurzem vergeblich beantragt, Sturm vom Pflichtmandat zu entbinden. Anfang Juli benannte das Gericht den Münchner Anwalt Mathias Grasel als vierten Pflichtverteidiger. Bereits im vorigen Jahr wollte Zschäpe ihre drei Verteidiger loswerden.

Die Sprecherin des Oberlandesgerichts München sagte, für eine Entpflichtung sei auch dann eine detaillierte Begründung notwendig, wenn die Verteidiger selbst den Antrag stellen.

Die Sprecherin verwies darauf, dass das Gericht vor einem Jahr Zschäpes Antrag auf Entbindung der drei Verteidiger zurückgewiesen habe. In der damaligen Entscheidung hatten Heer, Stahl und Sturm die Hinweise Zschäpes auf einen Vertrauensbruch als unbegründet zurückgewiesen.

Das Gericht unterbrach die Verhandlung für eine halbe Stunde. Der NSU-Prozess hatte am 6. Mai 2013 begonnen und läuft damit seit mehr als zwei Jahren. Der Montag war der 219. Verhandlungstag.

Der einzige Zeuge dieses Tages, der Zschäpe schon bei seiner ersten Vernehmung belastete, wurde zunächst nicht aufgerufen. Zschäpe muss sich in dem Verfahren für die zehn Morde verantworten, die dem NSU vorgeworfen werden.

sms/dpa/AFP

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