Thüringen 1,5-Millionen-Euro-Fonds für NSU-Opfer

Die Taten liegen mehr als zehn Jahre zurück: Nun sollen NSU-Opfer und ihre Angehörigen "schnell und unbürokratisch" finanzielle Hilfe vom Land Thüringen bekommen. Dafür legt die Regierung einen Fonds auf.

Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Archiv)
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Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Archiv)


Das Land Thüringen will die NSU-Opfer finanziell entschädigen. Es legt zu diesem Zweck in diesem Jahr einen Fonds mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro auf. Dieser Betrag wird laut Justizminister Dieter Lauinger aus dem Landesetat zur Verfügung gestellt.

"Das Geld soll im Laufe des Jahres schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden", sagte der Grünen-Politiker. Nach Angaben der Vorsitzenden des NSU-Untersuchungsausschusses im Thüringer Landtag, Dorothea Marx, ist das Geld für die Familien der Mordopfer des NSU sowie die Opfer des Nagelbombenanschlags in Köln bestimmt.

Das Land Thüringen, aus dem die Haupttäter der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" stammen, ist laut Marx das erste Bundesland, das einen solchen Fonds einrichtet. Entschädigungen für NSU-Opfer und ihre Familien habe es auch vom Bund gegeben. Vertreter der rot-rot-grünen Koalition hatten immer wieder deutlich gemacht, dass sie mit dem Fonds ein Zeichen setzen wollen, dass sich Thüringen seiner Verantwortung bewusst sei.

Die Terrorzelle NSU wird unter anderem für zehn Morde in den Jahren 2000 bis 2007 verantwortlich gemacht. Beate Zschäpe, die in München als Hauptangeklagte vor Gericht steht, sowie Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wuchsen in Jena auf. Später tauchten sie in Sachsen unter. Im November 2011 flog das Trio nach einem Banküberfall auf, nachdem die Leichen von Mundlos und Böhnhardt in Eisenach in einem Wohnwagen gefunden worden waren. Die Männer beginnen mutmaßlich Suizid.

bbr/dpa



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