Datenauswertung Die ungelösten Rätsel des NSU

Von und

2. Teil: Tatabstände


Über die gesamte Lebensdauer des NSU wechselten Phasen mit mehreren Taten innerhalb von Wochen oder Tagen mit längeren Pausen. Etwa 2001: zwei Morde im Juni. 2005: zwei Morde im Juni. Und 2006: zwei Morde im April.

Einmalig ist allerdings die vierjährige Pause gegen Ende, nach dem Polizistenmord von Heilbronn im April 2007. Nach dem vorletzten Mord in Kassel 2006 wurde die Belohnung für brauchbare Hinweise auf die Täter von 33.000 auf rekordverdächtige 300.000 Euro erhöht.

In die Zeitspanne ohne bekannte Taten fällt der Umzug in die Frühlingsstraße. Es war der erste Wohnungswechsel seit sieben Jahren. Die alte Wohnung in der Polenzstraße in Zwickau hatte offenbar die Bedürfnisse des NSU erfüllt.

Warum nun der Umzug und der extrem aufwendige Ausbau der neuen Wohnung?

NSU-Trio auf Wohnungssuche: "Wunsch, zwei Wohnungen zusammen zu legen"

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Hinweise auf die Beweggründe finden sich in einer Zeugenvernehmung: Demnach besichtigte das Trio die neue Wohnung im Oktober 2007 - bis zum Einzug vergingen noch mal einige Monate, weil das Haus saniert werden musste. Zwischen dem Mord an Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter und dem Besichtigungstermin liegen nur wenige Monate. Für die Suche nach einer besonders großen und sicheren Wohnung erscheint das als plausibler Zeitraum.

Von der Polenz- in die Frühlingsstraße: Teile des neuen Mietvertrags

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Aus Sicht des NSU war der Polizistenmord katastrophal verlaufen. Das könnte ein wichtiger Grund für die lange Tatpause gewesen sein. Zumindest legen das Tatenhistorie und Timing des Umzugs nahe.

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