Datenauswertung Die ungelösten Rätsel des NSU

Von und

5. Teil: Stromverbrauch


Auch über den Stromverbrauch des Trios liegen den Ermittlern Daten vor. Dessen Höhe übersteigt den eines durchschnittlichen Haushalts von drei Personen deutlich. Das spricht auf den ersten Blick gegen die Annahme, Zschäpe habe meist allein gewohnt.

Allerdings ist der Stromverbrauch weniger aussagekräftig als der Wasserverbrauch, weil auch eine einzelne Person etwa durch den regelmäßigen Gebrauch eines Heizlüfters die Zahlen leicht in die Höhe schnellen lassen kann. Den Wasserverbrauch nach unten zu manipulieren, ist dagegen deutlich schwieriger.

Wird ein Zwei-Kilowatt-Lüfter in der kalten Jahreshälfte sechs Stunden täglich verwendet, dann hebt allein das den Jahresverbrauch auf das Niveau eines Drei-Personen-Haushalts. Ein solches Gerät wurde im Brandschutt der Frühlingsstraße gefunden. Es war mit dem Stromnetz verbunden.

Noch in der Steckdose der Wohnung: ein Heizlüfter

Noch in der Steckdose der Wohnung: ein Heizlüfter

Nach Zeugenaussagen haben sich Nachbarn zudem gegenseitig mit Heizlüftern ausgeholfen.

Und schließlich fällt beim Stromverbrauch auf, dass er über die drei betrachteten Jahre wie der Wasserverbrauch fällt. Also ein weiteres, wenn auch schwächeres Indiz dafür, dass die Bewohnerzahl abnahm.

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