Vor geplanter Auktion in Bayern Ermittler beschlagnahmen angebliche Hitler-Werke

Ein Auktionshaus in Nürnberg wollte Dutzende Gemälde versteigern, der Künstler: Adolf Hitler. Nun stoppte die Staatsanwaltschaft die geplante Auktion - weil unklar ist, wer die Bilder tatsächlich gemalt hat.

Detail eines früher versteigerten Aquarells
DPA

Detail eines früher versteigerten Aquarells


In Nürnberg hat die Staatsanwaltschaft etliche angeblich von Adolf Hitler gemalte Bilder in einem Auktionshaus sichergestellt. Es gebe Zweifel an der Echtheit von insgesamt 63 Gemälden, sagte eine Sprecherin der Justizbehörde.

Etwa zwei Dutzend der jetzt beschlagnahmten Werke mit Signaturen wie "A.H." oder "A. Hitler" sollten ursprünglich am Samstag versteigert werden. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Unbekannt wegen Urkundenfälschung mit versuchtem Betrug, sagte die Sprecherin. Ein Experte hatte der Behörde seine Zweifel mitgeteilt und so die Ermittlungen angeregt.

Das Auktionshaus kooperiert den Angaben zufolge mit den Ermittlern und gab die Bilder freiwillig ab. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Expertisen, die die Echtheit der Bilder belegen sollen, gefälscht sind. Falls sich dieser Verdacht erhärtet, soll in der bisherigen Besitzerkette geprüft werden, wer worüber Bescheid wusste. Bei fünf für Samstag zur Versteigerung vorgesehenen Bildern gibt es keinen Fälschungsverdacht.

Ein Stuhl, eine Vase, eine Decke

Das Auktionshaus hatte die geplante Veranstaltung in seinem Katalog als "Spezialauktion Adolf Hitler" angepriesen. Abgesehen von Gemälden sollten auch Einrichtungsgegenstände aus dem Besitz Hitlers versteigert werden - darunter ein Korbstuhl, eine Prunkvase mit einer Darstellung der "Gorch Fock" und eine Tischdecke.

Die Zweifel an der Authentizität waren offenbar schon am Mittwoch bekannt: "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass einige Bilder aufgrund einer Überprüfung entfallen", hieß es in einer Pressemitteilung.

Sorge, dass die Auktion rechtes Klientel anlocken könnte, besteht früheren Angaben zufolge nicht. "Bei den Interessenten handelt sich um internationale Kunstsammler ohne bösen Hintergrund", sagte eine Sprecherin des Auktionshauses. Auch Museen machten Geld mit Nazi-Kunst.

Der Handel mit Kunstwerken des nationalsozialistischen Diktators ist grundsätzlich nicht verboten.

mxw/dpa

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