Getötete Prostituierte in Nürnberg 21-Jähriger wegen Doppelmordes angeklagt

Nach der Ermordung von zwei Prostituierten in Nürnberg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 21-Jährigen erhoben. Er soll die Betten der Frauen in Brand gesetzt haben, damit ihm niemand auf die Spur kommt.

Landgericht Nürnberg-Fürth
DPA

Landgericht Nürnberg-Fürth


Mehr als sieben Monate nach dem Mord an zwei Prostituierten in Nürnberg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Dem 21-Jährigen wird Mord in zwei Fällen, Raub mit Todesfolge und besonders schwere Brandstiftung zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann hatte die beiden Frauen demnach gewürgt und danach deren Betten angezündet, um Spuren zu verwischen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der 21-Jährige die Taten im Vorfeld geplant. Er habe aus Habgier und Heimtücke gehandelt und die Frauen mit der Absicht aufgesucht, sie zu töten und auszurauben. Der Verdächtige hat zwar gestanden, die Frauen getötet zu haben, bestreitet jedoch, die Taten geplant zu haben. Laut seiner Aussage gab es mit den Frauen Streit um Geld.

Der Mann soll im vergangenen Mai eine 22-jährige rumänische Prostituierte während des Geschlechtsverkehrs erwürgt haben. Dann soll er ihr Mobiltelefon und 50 Euro Bargeld gestohlen und danach Feuer gelegt haben.

Im Juni würgte er laut Anklage eine 44-jährige chinesische Prostituierte bis zur Bewusstlosigkeit und ließ mehr als tausend Euro mitgehen. Die Frau starb an den Folgen der Gewaltanwendung und durch das Einatmen der Rauchgase. (Lesen Sie hier eine SPIEGEL-Plus-Geschichte über "Die Frau, die sich Miyoko nannte")

Die Polizei war dem Angeklagten nach der Auswertung der Telefonverbindungsdaten von einer der getöteten Frauen auf die Spur gekommen.

fok/dpa/AFP



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