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Fall O. J. Simpson: Polizei prüft Messer auf Haar- und DNA-Spuren

O. J. Simpson während seines Mordprozesses 1995 Zur Großansicht
REUTERS

O. J. Simpson während seines Mordprozesses 1995

Brachte O. J. Simpson seine Ex-Frau und ihren Freund um? 1995 wurde der Footballstar vom Mordvorwurf freigesprochen. Jetzt wird ein Messer untersucht, das angeblich auf seinem ehemaligen Grundstück gefunden wurde.

Die Polizei in Los Angeles untersucht ein Messer, das bei einem früheren Wohnsitz des inhaftierten Footballstars O. J. Simpson gefunden worden sein soll. Ein Bauarbeiter will das Klappmesser demnach bereits vor Jahren an sich genommen und an einen Polizisten übergeben haben, berichtet die "Los Angeles Times" unter Berufung auf eine anonyme Polizeiquelle.

Die Polizei bestätigte, man habe etwa vor einem Monat davon erfahren. Ein pensionierter Polizist habe die Waffe den Behörden übergeben. Der Mann habe ausgesagt, das Messer von einer anderen Person bekommen zu haben. Man prüfe noch, ob das stimme. Es sei durchaus möglich, dass die Geschichte erfunden sei.

Dennoch wird das Messer nun auf Haar-Reste und Fingerabdrücke untersucht. Es sei durchaus möglich, auch nach so vielen Jahren noch DNA-Spuren zu finden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Sache ist möglicherweise brisant, weil Simpson nahe dem von der "LA Times" beschriebenen Messer-Fundort wohnte, als seine Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman erstochen wurden. Simpson wurde 1995 nach neunmonatigem Mordprozess vom Vorwurf freigesprochen, die beiden umgebracht zu haben. Viele Beobachter empfanden dies als Skandal, weil sie die Beweislast als erdrückend ansahen.

Verurteilt wegen bewaffneten Raubes und Körperverletzung

Die Opfer wiesen zahlreiche Stichwunden in Hals und Kopf auf, die Tatwaffe wurde aber nie gefunden. Nun gibt es Spekulationen, ob es sich um das Messer gehandelt haben könnte, das nun untersucht wird. Die "LA Times" zitiert einen Anwalt, der Simpson im Mordprozess verteidigt hatte. Die Geschichte sei lächerlich, es sei unglaublich, dass die Welt den Fall nicht hinter sich lassen könne.

Juristisch droht Simpson ohnehin keine Gefahr: Er kann wegen der Morde nicht erneut angeklagt werden, weil er in dem Fall bereits freigesprochen wurde. Das Haus im noblem Viertel Brentwood, in dem er damals wohnte, wurde 1998 abgerissen.

1997 verlor Simpson einen Zivilprozess gegen die Hinterbliebenen der Mordopfer und wurde zur Zahlung von mehr als 33 Millionen Dollar an die Angehörigen von Brown Simpson und Goldman verurteilt.

Seit 2008 sitzt Simpson in Haft. Er war 2007 zusammen mit fünf Komplizen in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen und hatte zwei Fanartikelsammler mit Waffengewalt gezwungen, ihm persönliche Erinnerungsstücke auszuhändigen. Ein Gericht verurteilte ihn wegen bewaffneten Raubes und Körperverletzung zu einer Mindeststrafe von neun Jahren bis maximal 33 Jahre Haft.

ulz/Reuters

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