Ex-Football-Star O.J. Simpson kommt auf Bewährung frei

Der wegen eines bewaffneten Raubüberfalls verurteilte Ex-Footballstar O.J. Simpson wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Nach fast neun Jahren Haft wurde der Rest seiner Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

NEVADA DEPARTMENT OF CORRECTIONS HANDOUT/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Der frühere amerikanische Football-Star O.J. Simpson darf vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das entschied ein Begnadigungsausschuss am Donnerstag im US-Bundesstaat Nevada. Der 70-Jährige hatte zuvor in einer Anhörung für seine frühzeitige Entlassung geworben. Er reagierte emotional auf das Urteil und bedankte sich mehrfach.

Simpson war 2008 von einem Gericht wegen bewaffneten Raubs und Körperverletzung zu einer maximalen Gefängnisstrafe von 33 Jahren verurteilt worden. Nach fast neun Jahren im Gefängnis konnte er nun erstmals einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. 2007 war er zusammen mit mehreren Komplizen bewaffnet in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen und hatte zwei Sammler von Fan-Artikeln gezwungen, ihm persönliche Erinnerungsstücke zu geben.

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In seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Jahren entschuldigte er sich für den Vorfall. "Es tut mir leid, dass die Dinge so ausgegangen sind, wie sie sind" erklärte er. Er habe niemals ein Verbrechen verüben wollen.

Vier Mitglieder des Ausschusses befragten den 70-Jährigen zu den Umständen des Raubüberfalls. Simpson erklärte, er habe bei dem Vorfall niemals mit einer Waffe auf jemanden gezielt oder Drohungen ausgesprochen. "In keiner Weise oder Form habe ich ihnen etwas Böses gewollt." Entschieden fügte er hinzu, dass es sich bei den Erinnerungsstücken um sein Eigentum gehandelt habe.

"O.J. hat mich niemals mit einer Waffe bedroht"

Eines der beiden Opfer des Überfalles, Bruce Fromong, bestätigte diese Angaben in der Anhörung. Zudem entlastete er Simpson von dem Vorwurf des Waffeneinsatzes. "O.J. hat mich niemals mit einer Waffe bedroht", sagte der Mann, der sich als langjährigen Freund des früheren Stars bezeichnete. "Wenn er mich morgen anrufen und sagen würde, dass er entlassen wurde, würde ich mich ins Auto setzen und ihn abholen", sagte er. Das zweite Opfer des Überfalls, Alfred Beardsley, ist 2015 gestorben.

In dem Verfahren von 2008 ging es nicht um den Tod von Simpsons Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman. O.J. Simpson war 1994 beschuldigt worden, die beiden mit Messerstichen getötet zu haben. 1995 stand der einstige Football-Star, der auch in den "Nackte Kanone"-Filmkomödien der Achtziger und Neunziger Jahre mitspielte, deswegen vor Gericht. In dem als "Prozess des Jahrhunderts" bekannt gewordenen Verfahren wurde er trotz erdrückender Beweislast freigesprochen.

In einem späteren Zivilverfahren wurde er aber zur Zahlung von Entschädigungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt.

"Wir wollen, dass er nach Hause kommt"

In einem emotionalen Plädoyer bat Arnelle Simpson, die älteste Tochter von O.J, vor Gericht um die Entlassung ihres Vaters. "Die Menschen können sich nicht vorstellen, was wir in den letzten neun Jahren durchgemacht haben", sagte die 48-Jährige. "Wir wollen einfach nur, dass er nach Hause zu seiner Familie kommt."

Der inzwischen im Ruhestand lebende Staatsanwalt David Roger, der 2008 den Prozess gegen Simpson geleitet hatte, sprach sich im Vorfeld für eine Begnadigung des prominenten Straftäters aus. "Der Mann hat für einen Raub lange genug gesessen, ich gehe davon aus, dass er begnadigt wird", sagte er im Gespräch mit US-Medien.

mkl/dpa/AFP

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