Medienbericht Obdachlose werden immer häufiger angegriffen

Die Zahl der Attacken auf Obdachlose hat sich in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Es gab 70 Ermittlungen wegen Tötungsdelikten.

Zelte von Obdachlosen in Berlin
AFP

Zelte von Obdachlosen in Berlin


In Deutschland werden mehr Obdachlose angegriffen: In den vergangenen Jahren hat die Polizei einen deutlichen Anstieg von Attacken registriert, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Zahl der gewalttätigen Übergriffe habe sich von 249 Fällen im Jahr 2011 auf 592 Fälle 2017 mehr als verdoppelt. Das zeige die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Seit 2011 habe es 70 Ermittlungen gegeben, weil ein Obdachloser umgebracht wurde. Die Bundesregierung gehe zudem von einer hohen Dunkelziffer an nicht erfassten Straftaten aus. In dem Bericht heißt es, die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) habe zwischen 2011 und 2017 fast 150 Delikte gezählt, bei denen Obdachlose getötet wurden - also mehr als doppelt so viele wie die Polizei.

Linke-Innenexpertin Ulla Jelpke kritisierte eine unzureichende Erfassung von Tatmotiven bei Übergriffen auf Obdachlose. Sie erwarte, dass "die Bundesregierung nach Erklärungen für das gestiegene Gewaltniveau sucht und entsprechende Gegenmaßnahmen entwickelt". In dem Zeitungsbericht heißt es unter Berufung auf das Bundeskriminalamt, dass acht Obdachlose seit 1990 von Rechtsextremisten getötet worden seien.

Immer wieder kommt es zu Attacken auf Obdachlose: Zuletzt hatten die Angriffe auf zwei Männer in Berlin Empörung ausgelöst. Am S-Bahnhof Schönweide hatte ein Mann zwei Obdachlose angezündet und schwer verletzt.

Im Video: Endstation Straße?

SPIEGEL TV

sen/dpa



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