Schläge bei Festnahme Polizist wegen Körperverletzung im Amt verurteilt

Ein Mann schlägt einen Polizisten, der Beamte schlägt zurück - als der Verdächtige schon bäuchlings auf dem Boden liegt. Wegen dieses Zwischenfalls hat das Amtsgericht Oberhausen nun beide Männer verurteilt.


Das Amtsgericht Oberhausen hat einen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt zu einem halben Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der 35-Jährige hatte einen Mann bei einer Festnahme mehrmals geschlagen, als dieser schon am Boden lag. Vorausgegangen war nach Ansicht des Gerichts allerdings ein Angriff des 47-Jährigen auf den Polizisten.

Der Beamte und eine Kollegin waren im April vergangenen Jahres in eine Kneipe gerufen worden, um einen Streit unter Gästen zu schlichten. Dabei habe der 47-Jährigen den Polizisten mit der Faust geschlagen, sagte ein Gerichtssprecher.

Was dann geschah, wurde in einem Video festgehalten: Der Kneipenbesucher liegt bäuchlings auf dem Boden, der Polizist kniet auf seinem Rücken. Dennoch schlägt der Beamte mindestens fünfmal auf den Betrunkenen ein. Dieses Handeln sei trotz des vorherigen Angriffs nicht mehr gerechtfertigt gewesen, befand das Gericht.

Mit dem Urteil ging der Richter über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinaus. Der Polizist hatte die Schläge eingeräumt und mit der heftigen Gegenwehr des 47-Jährigen begründet.

Der 47-Jährige hatte einen Angriff bestritten. Doch das Gericht glaubte ihm nicht und verurteilte ihn wegen Beleidigung, Widerstand und Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 4500 Euro (90 Tagessätze zu je 50 Euro).

hut/dpa



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