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Urteil in Koblenz

Passanten dürfen freilaufende Hunde abwehren

"Der will doch nur spielen": Auf dieses Argument dürfen sich Hundehalter nicht berufen, wenn ihr Tier sich einer anderen Person nähert.

DPA

Freilaufender Hund (Symbolbild)

Mittwoch, 31.10.2018   17:05 Uhr

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Passanten dürfen Abwehrmaßnahmen ergreifen, wenn sich ihnen ein fremder, nicht angeleinter Hund nähert und der Halter diesen nicht unter Kontrolle hat. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden. Dieser Beschluss sei nicht nur auf Rheinland-Pfalz bezogen, sondern gelte immer, wenn eine Gefahrenabwehrverordnung in Kraft sei, sagte eine Sprecherin. Das Gericht bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Mainz.

Geklagt hatte ein Jogger, der mit seiner angeleinten Hündin im Wald unterwegs war. Als der Hund zweier Spaziergänger auf ihn zukam, forderte er sie auf, das nicht angeleinte Tier zurückzurufen. Auf die Rufe reagierte der Hund aber nicht. Bei dem Versuch, das Tier mit einem Ast fernzuhalten, rutschte der Jogger aus. Er zog sich einen Riss der Kniesehne zu und musste operiert werden.

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Aus Sicht der Spaziergänger wollte der Hund nur die Hündin des Joggers umtänzeln und mit ihr spielen, war aber nicht aggressiv. Das Landgericht stellte fest, dass der Hundehalter haften muss. Dieser legte Berufung gegen das Urteil ein und wollte laut OLG nicht für die Schäden haften, weil der Jogger die Hündin nicht hätte abwehren müssen.

Das Oberlandesgericht Koblenz folgte dieser Argumentation nicht und bestätigte das Urteil des Landgerichts. Der Hundehalter hafte in vollem Umfang für die Schäden des Klägers, weil er gegen die örtliche Gefahrenabwehrverordnung verstoßen habe, indem er seinen Hund im Wald außerhalb seiner eigenen Sichtweite laufen ließ, heißt es nach dem Beschluss vom 18. Oktober.

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Nach den örtlichen Vorschriften müssen Hunde außerhalb von Ortschaften umgehend und ohne Aufforderung angeleint werden, wenn sich andere Personen nähern oder sichtbar werden.

Im Video: Hundepsychologie - Kontrollverlust am anderen Ende der Leine

bbr/dpa

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