Österreich: Banken fragen Räuber um Rat

Zur Verbesserung ihrer Sicherheitsmaßnahmen haben österreichische Banken einen unkonventionellen Weg beschritten. Sie befragten Räuber, die Geldinstitute bestohlen hatten. Dabei zeigt sich: Die wenigsten Gauner waren Profis.

Wien - "Wie komm' ich rasch zu Geld? Ohne viel Aufwand, ohne viel Nachdenken. Das ist eben Bankraub", zitiert eine österreichische Bank einen verurteilten Räuber. Das ist offenbar keine Einzelmeinung, wie eine nun veröffentlichte Befragung von 41 - inzwischen gefassten Kriminellen zu Planung und Hintergründen ihrer Taten gezeigt hat.

Nur 14 Prozent der Befragten waren demnach "professionelle Bankräuber", die Mehrzahl mit 55 Prozent Kleinkriminelle. 31 Prozent bezeichneten sich als "völlige Amateure". Für den Überfall entschieden sich die Täter meist spontan: Etwa die Hälfte gab an, von den Medien zur Tat inspiriert worden zu sein. Dort hätten sie auch viele Informationen zum Ablauf gefunden.

Vielen Tätern ist demnach nicht bewusst, dass in den meisten Banken nur noch sehr wenig Bargeld offen herumliegt. Als Ziel wählen sie meist Filialen, in denen der Kassenbereich nahe am Ausgang liegt und nicht - etwa durch Glaswände - baulich abgetrennt ist.

Die großen österreichischen Banken wollen aus Schaden klug werden und haben die Bankräuber in die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen einbezogen. Als Konsequenz aus der Befragung wollen die Geldinstitute nun ihre Filialen umgestalten, bessere Überwachungstechniken einsetzen und ihre Mitarbeiter gemeinsam mit der Polizei schulen. Zudem sollen die Banken verstärkt von Wachdiensten oder Empfangspersonal geschützt werden.

siu/AFP

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