Todesstrafe Doppelmörder in Ohio mit Giftspritze hingerichtet

Nach 25 Jahren in einer Todeszelle ist der Doppelmörder Gary Otte in Ohio hingerichtet worden. Sein Gnadengesuch war gescheitert - auch der Verweis auf umstrittene Medikamente bei der Giftinjektion half nicht.

Gary Otte
AP/ ODRC

Gary Otte


Für den Doppelmörder Gary Otte gab es keine Gnade: Der US-Bundesstaat Ohio hat an dem 45-Jährigen die Todesstrafe vollstreckt. Der Mann wurde mit einer Giftinjektion hingerichtet, während er ein christliches Lied sang. Um 10.39 Uhr hörte er auf zu singen, um 10.54 Uhr wurde sein Tod mitgeteilt.

"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun", waren Ottes letzte Worte, ein Bibel-Zitat zu der Kreuzigung von Jesus Christus. Zuvor hatte sich der Todeskandidat bei den Angehörigen seiner Opfer entschuldigt.

Otte hatte im Jahr 1992 zwei Raubüberfälle begangen und zwei Menschen getötet. Zunächst drang er unter einem Vorwand in die Wohnung eines 61-Jährigen ein, stahl ihm 400 Dollar und erschoss den Mann. Am nächsten Tag erbeutete er in einer weiteren Wohnung 45 Dollar und tötete die 45-jährige Bewohnerin.

Bis zum Schluss hatte Otte versucht, sich gegen die Vollstreckung der Todesstrafe zu wehren. Sein Hauptargument: Zum Zeitpunkt seiner Straftaten sei er jünger als 21 Jahre alt gewesen, im juristischen Sinne also noch nicht volljährig. Ottes Verteidiger argumentierten, der junge Mann sei damals drogenabhängig gewesen, habe unter Entzug und Depressionen gelitten und die Überfälle deshalb begangen. Er habe bei dem Prozess schlechten juristischen Beistand gehabt.

Gnadengesuch abgelehnt

Die zuständigen Behörden und Ohios Gouverneur, der Republikaner John Kasich, lehnten Ottes Gnadengesuch trotzdem ab. Er würde immer noch nicht die volle Verantwortung für seine Taten übernehmen wollen, hieß es. Auch Ottes Einwände gegen das Medikament, das bei der Hinrichtung verwendet werde, wollten sie nicht gelten lassen. Er hatte befürchtet, das Mittel werde ihn nicht völlig bewusstlos machen, sondern starke Schmerzen spüren lassen, wenn das tödliche Gift verabreicht werde.

Ohio hatte drei Jahre lang auf Hinrichtungen verzichtet, weil es in den USA Streit um dabei verwendete Medikamente gab. Bei Giftinjektionen war es wiederholt zu Problemen gekommen. Unter anderem hatten Kandidaten große Schwierigkeiten beim Atmen gehabt. Der Todeskampf zog sich teilweise auf grausame Weise in die Länge und war mit großen Schmerzen verbunden.

Otte war nach den drei Jahren Auszeit der zweite Kandidat, der in Ohio hingerichtet wurde. Die Hinrichtung sei ohne Komplikationen erfolgt, wie ein Gefängnissprecher mitteilte. Ottes Verteidigerin Carol Wright dagegen sagte, sie habe gesehen, wie sich Ottes Brustkorb nach der ersten Injektion minutenlang immer wieder gehoben und gesenkt habe. Tränen seien über sein Gesicht gelaufen. Wrigth: "Das waren für mich Anzeichen dafür, dass er Empfindungen und Schmerzen hatte."

Hinrichtungen seit 1976

fok/AP

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