Verpfuschte Hinrichtungen in Oklahoma Oberster Gerichtshof lässt Giftcocktails überprüfen

Die letzte Hinrichtung in Oklahoma verlief unglaublich grausam: Im April 2014 litt ein Delinquent 43 Minuten. Jetzt will das höchste Gericht in den USA überprüfen, ob der Einsatz einer umstrittenen Giftmischung mit der Verfassung vereinbar ist.

Exekutionsliege in Oklahoma (Archiv): Giftmischungen auf dem Prüfstand
AP/dpa

Exekutionsliege in Oklahoma (Archiv): Giftmischungen auf dem Prüfstand


Washington - Der oberste Gerichtshof in den USA hat angekündigt, die umstrittenen Hinrichtungsmethoden im Bundesstaat Oklahoma rechtlich zu überprüfen. Es geht um die Exekutionen durch Giftspritzen, bei deren Anwendungen bereits mehrere Todeskandidaten qualvoll gestorben sind.

Umstritten ist vor allem die Giftmischung. Die Richter wollen nun prüfen, ob ihre Verwendung gegen das in der Verfassung verankerte Verbot grausamer Strafen verstößt. Die Prüfung geht auf einen Antrag zurück, den ursprünglich vier Insassen des Todestrakts eingebracht hatten. Einer von ihnen wurde erst in der vergangenen Woche in einem Gefängnis südlich von Oklahoma City mit einem Giftcocktail getötet.

Eigentlich sollte das jüngste Todesurteil in Oklahoma bereits im Frühjahr 2014 vollstreckt werden, jedoch wurde es aufgeschoben, nachdem das Leben eines anderen Todeskandidaten kurz zuvor ein dramatisches Ende gefunden hatte.

Die Giftspritzen hatten bei dem anderen Verurteilten einen 43-minütigen Todeskampf ausgelöst: Er zappelte, stöhnte und bäumte sich auf. Ein Gefängnisbeamter beschrieb die Szene später als "blutiges Chaos".

Der Anwalt jener Todeskandidaten, die sich gerichtlich gegen die Giftcocktails wehren wollen, erklärte, dass sich die Hinrichtungsprotokolle seit 2008 so stark verändert hätten, dass nun eine "sorgfältige Betrachtung" durch den obersten Gerichtshofs nötig geworden sei.

daf/Reuters/AP

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Badischer Revoluzzer 24.01.2015
1. Das
größte, beste, schönste und demokratischste Land der Welt" killt noch.
Spree-Athener 24.01.2015
2.
Ganz und gar unabhängig von der Tragik dieser Hinrichtungen gehören Todesstrafen abgeschafft - weltweit und jetzt!
karl-der-gaul 24.01.2015
3.
Warum ist es nicht erlaubt über die Situation" Tumulte in Hameln Geschichte eines Absturzes" zu kommentieren? Muss man da auf ein Ami bashing ausgestelltes Forum seine Meinung äußern? Nur so, was wäre wenn man die Hammeln Situation ins amerikanisches Ferguson verwandelt und die Kurden schwarze Amis sind. Ist die Situation dann anders?
bumminrum 24.01.2015
4. kommt jetzt
das köpfen wieder? Schließlich ist das eine jahrhundertelang bewährte schnelle Methode.
dani7830 24.01.2015
5.
was nützen Hinrichtungen? ist doch nur eine kurze Befriedigung das der Täter tot ist. das Opfer wird dadurch auch nicht wieder lebendig. eine zivilisierte Gesellschaft findet humane Lösungen.
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