Oktoberfest-Attentat Generalbundesanwalt nimmt Ermittlungen wieder auf

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wieder im Fall des Anschlags auf das Oktoberfest im Jahr 1980. Hintergrund sind Aussagen einer neuen, bisher unbekannten Zeugin. Bei dem rechtsextremistischen Attentat waren 13 Menschen getötet worden.


Karlsruhe/München - Im Fall des Oktoberfestattentats vor 34 Jahren hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wieder aufgenommen. Das sagte Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe. Bei dem Anschlag 1980 waren 13 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Range bezeichnete den Anschlag als das "schwerste rechtsextremistische Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland".

Das bayerische Landeskriminalamt sei angewiesen worden, sich wieder mit dem Fall zu befassen, sagte Range. Es gebe eine neue, bisher unbekannte Zeugin und Hinweise, die auf "bislang unbekannte Mitwisser" hindeuten könnten. Die Ermittlungen werden sich Range zufolge aber nicht auf die Frau allein beschränken. "Wir werden allen Ansatzpunkten erneut und umfassend nachgehen."

Einen Antrag auf Wiederaufnahme der Ermittlungen hatte der Rechtsanwalt Werner Dietrich eingereicht. Im Kern geht es darum, ob - wie bislang von der Justiz angenommen - der rechtsextreme Student Gundolf Köhler das Attentat als Einzeltäter durchführte. Bereits kurz nach dem Anschlag waren zahlreiche Indizien aufgetaucht, die auf mögliche Komplizen hindeuteten.

Es gebe nun Hinweise, die auf "bislang unbekannte Mitwisser" hindeuten könnten, sagte Generalbundesanwalt Range. Medienberichten zufolge nannte die besagte Zeugin einen mutmaßlichen Komplizen Köhlers mit Namen.

Am 26. September 1980 hatte der damals 21-jährige Geologiestudent und frühere Anhänger der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann" eine Bombe in einen Abfalleimer beim Haupteingang der Wiesn gelegt. Dabei explodierte der Sprengsatz. Der Attentäter und zwölf weitere Menschen starben, im Umkreis von 30 Metern wurden 211 Menschen zum Teil schwer verletzt. 1982 wurden die Ermittlungen eingestellt, weil die Bundesanwaltschaft keine weiteren Tatbeteiligten ausfindig machen konnte.

rls/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.