Mordserie von Krankenpfleger Niels Högel wegen eines weiteren Mordes angeklagt

Der bereits wegen mehrfachen Mordes verurteilte Krankenpfleger Niels Högel soll noch einen weiteren Menschen getötet haben. Bei einer verstorbenen Patientin wurde das Obduktionsergebnis fehlerhaft weitergegeben.

Niels Högel (Archiv)
DPA

Niels Högel (Archiv)


Im Fall der Mordserie von Niels Högel hat die Staatsanwaltschaft in einem weiteren Fall Anklage gegen den Mann erhoben. Damit legt sie dem früheren Krankenpfleger 98 Morde an den Kliniken Delmenhorst und Oldenburg zur Last.

Im Fall einer Delmenhorster Patientin habe es einen Übermittlungsfehler gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft Oldenburg mit. Die Medizinische Hochschule Hannover habe in einer Gewebeprobe der Leiche Rückstände eines Herzmedikaments gefunden, den Ermittlern aber versehentlich ein negatives Ergebnis mitgeteilt.

Niels Högel soll schwerkranke Patienten an den beiden Kliniken zu Tode gespritzt haben. Wegen sechs Taten musste er sich bereits vor Gericht verantworten, wegen Mordes wurde er bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Oktober steht er erneut vor Gericht. Högel wird wegen Mordes an 98 Patienten angeklagt. Die Staatsanwaltschaft ergänzte ihre Anklage aus dem Januar um den neuen Fall, das Landgericht muss darüber noch entscheiden.

Högel hatte Intensivpatienten eigenmächtig verschiedene Medikamente verabreicht, um Herz-Kreislauf-Stillstände auszulösen und sie anschließend wiederzubeleben. Damit wollte er sich vor Kollegen als heldenhafter Retter beweisen - nahm jedoch vielen Kranken das Leben (Mehr zu dem Fall lesen Sie hier).

Seine Taten beging Högel zwischen 2000 und 2005. Weil er in einem Verfahren unerwartet ein Geständnis ablegte, wurden die Ermittlungen zu seinem Fall noch einmal massiv ausgeweitet. Eine Sonderkommission aus Staatsanwaltschaft und Polizei exhumierte mehr als 130 Leichen und ließ akribisch sämtliche Sterbefälle an seinen Arbeitsstätten prüfen.

bbr/dpa/AFP

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