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Rostock: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Drygalla-Freund

Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch gegen den Freund von Olympia-Ruderin Nadja Drygalla: Michael Fischer soll Mitglied einer Gruppe von Rechtsextremisten gewesen sein, die bei einer Gedenkveranstaltung für ein NSU-Opfer Polizisten angegriffen haben.

Schwerin - Ende Februar sollte in Rostock an das NSU-Opfer Mehmet Turgut erinnert werden. Doch bei der Gedenkveranstaltung tauchten nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 20 bis 30 Vermummte aus der rechtsextremistischen Szene auf und griffen Polizisten an. Michael Fischer, Ex-Landtagskandidat für die NPD und Freund von Olympia-Ruderin Nadja Drygalla, soll einer der Täter gewesen sein.

Schon damals hatte die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Nach Angaben der Rostocker Staatsanwaltschaft wird nun geprüft, ob der 24-jährige Fischer schuldig sei. Ob er tatsächlich zu der Gruppe von Angreifern gehört habe, sei bislang allerdings noch unklar. Es werde auch gegen zwölf weitere Verdächtige ermittelt.

Fischer war durch seine Beziehung zu Drygalla in die Schlagzeilen geraten. Die 23-jährige Ruderin hatte in der vergangenen Woche das Olympische Dorf in London verlassen, nachdem die Partnerschaft bekannt geworden war. Fischer soll in der rechtsextremen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock", einer zentralen Gruppe der örtlichen Szene, eine führende Rolle gespielt haben. Nach Angaben der NPD trat er im Mai aus der Partei aus.

aar/dapd/AFP

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Nadja Drygalla - Biografie
Nadja Drygalla wurde am 31. März 1989 in Rostock geboren und lebt auch heute in der Hansestadt. Drygalla ist Mitglied im Olympischen Ruderclub Rostock von 1956. Sie rudert seit ihrer Kindheit.
Ausbildung
Sie erlangte die mittlere Reife und absolvierte in einem Hotel erfolgreich eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau.

2008 begann sie eine weitere Ausbildung zur Polizistin. Sie gehörte der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern an und konnte weiterhin im Olympischen Ruderclub Rostock trainieren.
Polizeidienst
Ende September 2011 beendete sie vorzeitig und auf eigenen Wunsch ihren Vorbereitungsdienst an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow. Sie ist damit keine Polizistin mehr.
Sportliche Erfolge
Bei den Weltmeisterschaften der unter 19-Jährigen holte Drygalla im Jahr 2006 eine Bronzemedaille und im Jahr 2007 eine Silbermedaille.

Bei den deutschen Meisterschaften 2011 kam sie im Vierer ohne und im Achter auf den ersten Platz.

Drygalla gehörte in diesem Jahr zum deutschen Team für Olympia. Damit erfüllte sich ein großer Wunsch der Ruderin. Vor rund vier Jahren sagte sie in einem Interview: "Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London 2012 wäre wahrlich ein Traum."
Nazi-Verdacht
Am 2. August 2012 reiste Drygalla vorzeitig aus dem Olympischen Dorf ab. Grund sind Gerüchte, dass sie mit Michael Fischer liiert sein soll - der 24-Jährige wird der rechtsextremen Szene zugeordnet, bei der Landtagswahl 2011 war er im Wahlkreis Rostock IV Direktkandidat der NPD. Nach Angaben der Partei ist Fischer im Mai 2012 ausgetreten.

dapd (Quellen: Weltruderverband, Rüsselsheimer Ruder-Klub 08, Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, Polizei-Journal der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern)
DPA

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