Rostock Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Drygalla-Freund

Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch gegen den Freund von Olympia-Ruderin Nadja Drygalla: Michael Fischer soll Mitglied einer Gruppe von Rechtsextremisten gewesen sein, die bei einer Gedenkveranstaltung für ein NSU-Opfer Polizisten angegriffen haben.


Schwerin - Ende Februar sollte in Rostock an das NSU-Opfer Mehmet Turgut erinnert werden. Doch bei der Gedenkveranstaltung tauchten nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 20 bis 30 Vermummte aus der rechtsextremistischen Szene auf und griffen Polizisten an. Michael Fischer, Ex-Landtagskandidat für die NPD und Freund von Olympia-Ruderin Nadja Drygalla, soll einer der Täter gewesen sein.

Schon damals hatte die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Nach Angaben der Rostocker Staatsanwaltschaft wird nun geprüft, ob der 24-jährige Fischer schuldig sei. Ob er tatsächlich zu der Gruppe von Angreifern gehört habe, sei bislang allerdings noch unklar. Es werde auch gegen zwölf weitere Verdächtige ermittelt.

Fischer war durch seine Beziehung zu Drygalla in die Schlagzeilen geraten. Die 23-jährige Ruderin hatte in der vergangenen Woche das Olympische Dorf in London verlassen, nachdem die Partnerschaft bekannt geworden war. Fischer soll in der rechtsextremen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock", einer zentralen Gruppe der örtlichen Szene, eine führende Rolle gespielt haben. Nach Angaben der NPD trat er im Mai aus der Partei aus.

aar/dapd/AFP

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