Erfurt - Ein OP-Fehler kostet ein Krankenhaus in Erfurt fast drei Millionen Euro. Eine Familie aus Thüringen bekommt davon 500.000 Euro als Schmerzensgeld. Ihr Sohn muss nach dem missglückten Eingriff mit einem schweren Hirnschaden leben. Das berichtete das Landgericht Erfurt am Donnerstag. Die Eltern hatten insgesamt 2,8 Millionen Euro zur Deckung der Kosten gefordert.
In der Gesamtsumme ist auch ein monatliches Pflegegeld für den behinderten 23-Jährigen enthalten. Die behandelnde Klinik und die Familie hätten sich auf einen entsprechenden Vergleich geeinigt, teilte das Gericht mit. Laut MDR verzichten die Eltern auf weitere rechtliche Schritte gegen das Krankenhaus. Dem Sender zufolge war es bereits 2011 verurteilt worden, einen Millionenbetrag an die Krankenkasse zu zahlen.
Der junge Mann hatte 2007 bei einer Operation einen Herzstillstand. Er erlitt dadurch einen schweren Hirnschaden und ist seitdem behindert. Ein Gutachten hatte ergeben, dass während der Operation verabreichte Medikamente die Ursache waren, berichtete der MDR.
Bereits im Frühjahr 2008 waren sich Klinik und Familie vor Gericht begegnet. Nach Ansicht des damaligen Vorsitzenden Richters waren Aufklärungsbögen und Protokolle des Klinikums problematisch und lückenhaft. "Da ist so viel schiefgelaufen, da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen", hatte er damals gesagt.
ulz/dpa
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