Besetzung in US-Nationalpark Polizei nimmt Milizenführer fest - ein Toter

Rund drei Wochen nach der Besetzung des Verwaltungsgebäudes in einem US-Naturpark hat die Polizei mehrere Mitglieder der selbst ernannten Bürgerwehr festgenommen, darunter Anführer Ammon Bundy. Ein Mensch kam bei der Aktion im Bundesstaat Oregon ums Leben.

Einsatz auf dem Highway 395 in Oregon: Besetzer fetsgenommen
AP

Einsatz auf dem Highway 395 in Oregon: Besetzer fetsgenommen


Die Besetzung eines Verwaltungsgebäudes im US-Nationalpark Malheur National Wildlife Refuge ist offenbar beendet: Der Anführer der selbst ernannten Bürgerwehr wurde festgenommen, wie das FBI mitteilte. Neben Ammon Bundy sollen US-Medienberichten zufolge auch bis zu acht weitere Menschen in Gewahrsein sein.

FBI und Polizei bestätigten, dass es bei der Polizeiaktion am Highway 395 einen Toten und einen Verletzten gab. Die Festnahmen und der Schusswechsel fanden demnach bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe des Parks statt. Unklar ist bisher, wer der Tote ist und wer zuerst geschossen hat.

Die Lokalzeitung "The Oregonian" berichtet, bei dem Todesopfer handele es sich um den 55 Jahre alten Sprecher der Besetzer. Die Zeitung beruft sich dabei auf zwei anonyme Quellen und die Tochter des 55-Jährigen. Dem Bericht zufolge wurde Ammon Bundys Bruder Ryan bei dem Schusswechsel leicht verletzt. Er habe das Krankenhaus aber bereits verlassen können. Was die restlichen Mitglieder der Gruppe nun vorhaben, ist noch nicht bekannt.

Anführer Ammon Bundy am 2. Januar: Festnahme nach rund drei Wochen
AP/ The Oregonian/ Les Zaitz

Anführer Ammon Bundy am 2. Januar: Festnahme nach rund drei Wochen

Die Gruppe Milizionäre hatte das Gebäude am 2. Januar besetzt und damit gegen die Regierung in Washington protestiert. Konkret geht es um die Verwaltung und Kontrolle von Millionen Hektar Land. Derzeit liegt sie bei der Regierung, und damit sind Bundy und seine Mitstreiter nicht einverstanden.

Als Auslöser der Aktion gilt allerdings ein Rechtsstreit um Dwight Hammond, 73, und seinen Sohn Steven, 46. Die beiden Rancher wurden als Brandstifter verurteilt, weil sie über Jahre hinweg mehrere Buschfeuer gelegt hatten. Der Vater saß wegen des Vorfalls drei Monate in Haft, sein Sohn ein Jahr. Allerdings urteilte ein Bundesrichter Ende 2015, die Strafe sei nach Bundesrecht zu kurz gewesen, die Männer müssten nochmals für mehrere Jahre einsitzen.

Aus Ärger über diese Haftverschärfung starteten die Anhänger der Miliz einen Protestmarsch - und der endete in der Besetzung. Die Hammonds hatten sich schon Anfang Januar den Behörden gestellt und sich von der Aktion der Milizionäre distanziert.

Mehr über den Hintergrund der Besetzung - und was sie über den staatsfeindlichen Rassismus in Amerika aussagt - lesen Sie hier.

Video über US-Miliz: "Bringt eure Waffen mit!"

Facebook/Ammon Bundy

aar/Reuters/dpa

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