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Militante Hausbesetzer in Oregon: Hauptsache gegen die da oben

Bewaffnetes Mitglied der Miliz: Militanter Regierungsgegner Zur Großansicht
AP

Bewaffnetes Mitglied der Miliz: Militanter Regierungsgegner

Die Regierung muss den Bürgern Oregons ihre Rechte zurückgeben - "und dann gehen wir nach Hause": Bewaffnete Rancher, die das Verwaltungsgebäude eines Nationalparks besetzt halten, haben sich zu ihren Plänen geäußert.

Eine Gruppe Milizionäre hält noch immer im US-Nationalpark Malheur National Wildlife Refuge ein Verwaltungsgebäude besetzt. Die selbsternannten Freiheitskämpfer sehen ihre Aufgabe darin, den Bürgern in der Region dabei zu helfen, ihre Rechte von der Regierung zurückzubekommen. "Dann gehen wir nach Hause", sagte der Wortführer der Besetzer, Ammon Bundy. "Wir haben einen Plan."

Konkret geht es um die Verwaltung und Kontrolle von Millionen Hektar Land. Derzeit liegt sie bei der Regierung, und damit sind Bundy und seine Mitstreiter nicht einverstanden. "Wir sehen sehr bald eine Zeit kommen, in der die Gemeinde beginnen wird, es zu übernehmen, damit sie ihre Rechte einfordern können und stark genug sind, sie zu verteidigen."

Die braven Rancher, die sich nur gegen die ungerechtfertigten Eingriffe der Regierung wehrt - dieses Narrativ haben die Besetzer von Anfang an bedient. "Uns geht es nicht um Angst, um Gewalt, um Einschüchterung", sagte Bundy. Aber wenn die Regierung diese Angst und Einschüchterung mit sich bringe, müsse sie in die Schranken gewiesen werden.

Nach eigenen Angaben hat die Gruppe in Oregon Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten, etwa durch Essensspenden. Der örtliche Sheriff hat die Besetzer indes zum Aufgeben aufgefordert.

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Besetztes Gebäude: Showdown im Nationalpark
Als Auslöser der Aktion gilt ein Rechtsstreit um Dwight Hammond, 73, und seinen Sohn Steven, 46. Die beiden Rancher wurden als Brandstifter verurteilt, weil sie über Jahre hinweg mehrere Buschfeuer gelegt hatten. Der Vater saß wegen des Vorfalls drei Monate in Haft, sein Sohn ein Jahr. Allerdings urteilte ein Bundesrichter Ende 2015, die Strafe sei nach Bundesrecht zu kurz gewesen, die Männer müssten nochmals für mehrere Jahre einsitzen.

Aus Ärger über diese Haftverschärfung starteten die Anhänger der Miliz einen Protestmarsch - und der endete in der Besetzung. Die Hammonds haben sich inzwischen den Behörden gestellt und sich von der Aktion der Besetzer distanziert.

Noch immer ist unklar, wie viele Besetzer es gibt und wie viele von ihnen bewaffnet sind. Journalisten, die sich auf dem Gelände um das besetze Gebäude bewegen dürfen, sahen etwa ein Dutzend Personen.

Um die Situation nicht zu verschärfen, halten sich Sicherheitskräfte der Behörden zurück. Sie folgen damit Richtlinien, die tödliche Eskalationen wie 1993 im texanischen Waco vermeiden sollen.

Mehr über den Hintergrund der Besetzung - und was sie über den regierungs- und gesetzesfeindlichen Rassismus in Amerika aussagt - lesen Sie hier.

Video über US-Miliz: "Bringt eure Waffen mit!"

Facebook/Ammon Bundy

ulz/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Hauptsache mit Waffengewalt
alyeska 06.01.2016
Wenn die Rhetorik versagt, nimmt man ein Gewehr und stellt sich stur. Die dicke Flinte um die Schulter und ich bin ein Mann. Gesetz egal, demokratisch gewählte Regierung egal, Sheriff egal ... Ich bin ich und mein Gewehr!
2. Informieren hilft
bodhi66 06.01.2016
Das Thema ist etwas vielschichtiger als bei Spon dargestellt. Das Land gehoerte dem Staat Oregon und wurde einfach mal so von der Bundesbehoerde einverleibt. Die Buerger von Oregon wurden nicht gefragt. Zu den beiden Wilderern, die Tatsache dass ein Bundesgericht eine Strafe verlaengern kann weil ihnen das Urteil dess verantwortlichem Richters nicht passte oeffnet Tuer & Tor fuer Staatswillkuer.
3.
Here Fido 06.01.2016
Zitat von bodhi66Das Thema ist etwas vielschichtiger als bei Spon dargestellt. Das Land gehoerte dem Staat Oregon und wurde einfach mal so von der Bundesbehoerde einverleibt. Die Buerger von Oregon wurden nicht gefragt. Zu den beiden Wilderern, die Tatsache dass ein Bundesgericht eine Strafe verlaengern kann weil ihnen das Urteil dess verantwortlichem Richters nicht passte oeffnet Tuer & Tor fuer Staatswillkuer.
Nix vielschichtig. Eigentlich ganz einfach. Wenn einem etwas nicht passt steht einem der Rechtsweg offen, natürlich ohne Gewähr, wie die Sache ausgeht. Das Recht in die eigene Hand nehmen und gar mit Waffengewalt durchzusetzen, ist keine Option und gehört geahndet. Aber sowas von ...
4.
w.diverso 06.01.2016
Zitat von bodhi66Das Thema ist etwas vielschichtiger als bei Spon dargestellt. Das Land gehoerte dem Staat Oregon und wurde einfach mal so von der Bundesbehoerde einverleibt. Die Buerger von Oregon wurden nicht gefragt. Zu den beiden Wilderern, die Tatsache dass ein Bundesgericht eine Strafe verlaengern kann weil ihnen das Urteil dess verantwortlichem Richters nicht passte oeffnet Tuer & Tor fuer Staatswillkuer.
Ganz so vereinfacht wird es sicher nicht sein. Die Nationalparks in USA werden immer von der Bundesbehörde verwaltet. Wenn das Gebiet vorher Privatbesitz war, wurde es sicher dem Besitzer abgelöst. Auch wird der Bund das Land nicht gegen den Willen des Bundesstaates sich einverleibt haben. Aber scheinbar agieren diese Farmer so wie früher die Siedler. Ich nehme ich einfach das Land in Besitz, egal wer es früher genutzt hat. Einfach mit dem Recht des Stärkeren. Früher war der Indianer der Feind, jetzt ist es einfach die Bundesbehörde.
5.
Stäffelesrutscher 06.01.2016
Ich wiederhole ja ungern die Beanstandungen anderer, aber: auch dieser Artikel bedient das Narrativ dieser Leute. Da steht was von militanten Besetzern und so weiter. Ja wenn das Schwarze in den USA gewesen wären, oder Russen auf der Krim, oder russischstämmige Bürger in der Ukraine - dann wären es Terroristen gewesen, und im ersten Fall hätte die US-Staatsmacht schneller geschossen, als der Anführer der Bande »We the people« hätte sagen können.
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