Organisierte Kriminalität: Zoll gelingt Schlag gegen Zigarettenschmuggler

"Hydra" hieß die großangelegte Operation gegen den organisierten Schmuggel von Zigaretten: Deutsche und griechische Beamte haben 22 mutmaßliche Haupttäter festgenommen. Der Schaden geht in die Millionen.

Oldenburg - Deutschen und griechischen Ermittlern ist ein schwerer Schlag gegen den organisierten Zigarettenschmuggel gelungen. "Mehr als 40 Mitglieder einer Bande wurden bislang identifiziert", sagte Siegfried Wittwer vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) am Donnerstag in Oldenburg.

Dort wurden die Ergebnisse der seit 2009 laufenden Ermittlungen unter dem Decknamen "Hydra" vorgestellt. 22 mutmaßliche Haupttäter seien bislang festgenommen worden, darunter zwei hochrangige Polizeioffiziere aus Griechenland, so Wittwer. Deutschlandweit wurden nach Angaben des Zollkriminalamts Köln etwa 40 Lagerstätten für die Schmuggelware gefunden.

Die Täter sollen in Griechenland im großen Stil Zigaretten hergestellt und in Westeuropa vertrieben haben. Ihnen wird unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorgeworfen.

Gefälschte Zigaretten

Die Ermittler entdeckten in Thessaloniki zwei Anlagen, in denen gefälschte Zigaretten produziert wurden. In einer der beiden sollen allein mehr als 300 Millionen Zigaretten hergestellt worden sein. Das sei ein Steuerverlust von 50 Millionen Euro, sagte Jörg Meier vom Zollfahndungsamt Hannover.

Die Ermittlungen hatten 2006 in Niedersachsen ihren Ursprung genommen, nachdem ein Lastwagen voller geschmuggelter Zigaretten gestoppt worden war. Ende 2008 konnten 600 Millionen Stück europaweit beschlagnahmt werden. Doch die Organisation erholte sich schnell. Schon wenige Wochen später rollten wieder Lastwagen aus Griechenland mit Glimmstängeln Richtung Deutschland. Daraufhin begannen die "Hydra"-Ermittlungen des deutsch-griechischen Ermittlerteams.

In Griechenland wurden 19 Verdächtige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Thessaloniki werde in Kürze Anklage erheben, sagte Wittwer. Ein weiterer Mann wartet auf seine Auslieferung nach Deutschland. Das Landgericht Oldenburg verhängte gegen einen Geldkurier und einen Zwischenhändler bereits mehrjährige Freiheitsstrafen. Weitere Verfahren laufen noch.

jdl/dpa

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