Organspende Gehörnter Ehemann will Niere zurück

Er schenkte ihr seine Liebe und eine Niere. Sie überlebte und ging fremd. Nach dem vermeintlichen Ehebruch will ein New Yorker Chirurg, der seiner Frau vor Jahren eine Niere spendete, das Organ zurück - oder eine Entschädigung in Millionenhöhe.


New York - Filmreife Scheidungsschlacht in den Vereinigten Staaten: Der US-Sender CBS berichtete am Freitag, dass sich der 49-jährige Mann von seiner Frau betrogen glaubt. "Es gibt nichts schlimmeres, als von dem Menschen betrogen zu werden, dem man sein ganzes Leben gewidmet hat", sagte er Journalisten in seinem Wohnort, einem Nobel-Vorort von New York City. "Ich habe ihr Leben gerettet und muss dafür leiden."

Die bizarre Forderung des angeblich gehörnten Ehemannes ist laut CBS das jüngste Kapitel eines bitteren Scheidungskampfes, der sich bereits über drei Jahre hingezogen hat.

Der Chirurg behauptet, seine Frau sei so krank gewesen, dass sie vor der Transplantation täglich mehrere Spritzen gebraucht habe. Seit Erhalt seiner Niere sei sie wieder wohlauf: Es gehe ihr wieder so gut, dass sie eine heimliche Affäre hatte und 2005 die Scheidung einreichte.

Dafür revanchierte sich der 49-Jährige jetzt mit der Forderung nach 1,5 Millionen Dollar als symbolischem Ausgleich für das Spenderorgan. Außerdem will er die drei gemeinsamen Töchter öfter sehen, schrieb die "New York Daily News".

Ein Anwalt der Gegenseite warnte davor, dem Chirurgen zu glauben. Seine Mandantin werde vor Gericht ihre Sicht der Dinge schildern.

jjc/dpa



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