Verurteilter Sprinter Pistorius-Anwälte wehren sich angeblich gegen Berufung

Die südafrikanische Staatsanwaltschaft hat Berufung im Fall Oscar Pistorius eingelegt. Doch die Verteidiger des Athleten wollen ein neues Verfahren offenbar verhindern. Sie sollen dem Berufungsantrag widersprochen haben.

Oscar Pistorius auf dem Weg ins Gefängnis: Urteil akzeptiert
DPA

Oscar Pistorius auf dem Weg ins Gefängnis: Urteil akzeptiert


Pretoria - Die Verteidiger von Oscar Pistorius wollen offenbar eine Neuauflage des Mordprozesses gegen den Sprintstar verhindern und den Antrag auf Berufung der Staatsanwaltschaft anfechten. Dies teilten südafrikanische Strafermittler dem Radiosender Talk Radio 702 mit. Pistorius' Anwälte haben sich noch nicht zu diesem Schritt geäußert.

Am 12. September hatte Richterin Thokozile Masipa den 27-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Am 21. Oktober verkündete sie das Strafmaß: fünf Jahre Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich über den Ausgang des Verfahrens enttäuscht und legte sowohl gegen das Urteil als auch gegen das Strafmaß Berufung ein. Die Ankläger müssen Richterin Masipa nun überzeugen, dass ein anderes Gericht zu einem anderen Urteil gelangt wäre. Stimmt sie dem Berufungsantrag zu, geht er zur Entscheidung an den Supreme Court, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Durch den Einspruch der Pistorius-Anwälte muss Richterin Masipa auch die Verteidigung anhören. Damit dürfte es deutlich länger dauern, bis eine Entscheidung gefällt wird. Ein Termin für die Anhörung ist noch nicht bekannt.

Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp in der Nacht zum Valentinstag 2013 durch die geschlossene Toilettentür in seinem Haus erschossen. Vor Gericht hatte er stets beteuert, Steenkamp für einen Einbrecher gehalten zu haben.

gam/Reuters

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