Gerichtsbeschluss: Mordverdächtiger Pistorius darf Südafrika verlassen

Vor Gericht ist Oscar Pistorius angeklagt, seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen zu haben. Nun hat ein Richter aber entschieden, dass der Paralympics-Star seine Heimat Südafrika für internationale Wettkämpfe verlassen darf - allerdings nur unter Auflagen.

Pretoria - Erleichterung für Oscar Pistorius: Ein Richter in Südafrika hat entschieden, dass der unter Mordverdacht stehende Paralympics-Star das Land für internationale Wettkämpfe verlassen darf. "Ich sehe keinen Grund, warum es ihm verboten werden sollte", zitiert "NBC News" Richter Bert Bam.

Dies gilt allerdings nur unter bestimmten Auflagen. So muss Pistorius den Behörden Auskunft über seine Reisepläne geben - und zwar mindestens eine Woche im Voraus. Zudem soll der Sportler seinen Pass 24 Stunden nach der Rückkehr in das Land wieder abgeben.

Pistorius ist wegen Mordes angeklagt, weil er am Valentinstag in seinem Haus seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp erschossen haben soll. Der Behindertensportler, der mit spektakulären Sprints auf Unterschenkelprothesen zum Star wurde, beteuert, es sei ein tragisches Versehen gewesen; er habe seine Freundin für einen Einbrecher gehalten.

Unter Auflagen kam Pistorius frei: Neben einer Kaution von umgerechnet 85.600 Euro wurde er zu Drogen- und Alkoholtests verpflichtet. Zudem wurde ihm auferlegt, seinen Pass abzugeben, so dass er Südafrika nicht mehr verlassen konnte. Dagegen hatte Pistorius zuletzt am Donnerstag Beschwerde eingelegt. "Warum sollte sich dieser Athlet in ein Land ohne Auslieferungsabkommen begeben und sich verstecken?", fragte Pistorius' Anwalt Barry Roux vor dem Gericht in Pretoria.

Derzeit habe Pistorius keine Pläne, an Wettbewerben teilzunehmen, sagte sein Anwalt. Es könne aber sein, dass sich dies bald ändere. Schließlich müsse er Geld verdienen.

aar/AP/sid/Reuters/dpa

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1. Flucht ermöglichen?
tizian 28.03.2013
Zitat von sysopVor Gericht ist Oscar Pistorius angeklagt, seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen zu haben. Nun hat ein Richter aber entschieden, dass der Paralympics-Star seine Heimat Südafrika für internationale Wettkämpfe verlassen darf - allerdings nur unter Auflagen. Oscar Pistorius darf laut Gerichtsbeschluss Südafrika verlassen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/oscar-pistorius-darf-laut-gerichtsbeschluss-suedafrika-verlassen-a-891492.html)
Also nach deutschen Regeln wäre die Freilassung auf Kaution schon nicht wirklich möglich gewesen, ausser der dringende Tatverdacht wäre nicht mehr vorhanden. Die Entscheidung über die Kaution wurde wegen der mangelnden Fluchtgefahr erlassen, gut, dass scheint an den gesetzlichen Regeln dort zu liegen, dass das möglich ist (zur Erklärung, bei einem solchen Delikt und der zu erwartenden Strafe wird die Fluchtgefahr hier indiziert), aber ihm jetzt quasi die Flucht zu ermöglichen, das verstehe ich überhaupt nicht. Das widerspricht doch dem Kautionsbeschluß?
2. optional
Medienkenner 28.03.2013
Ich glaub' ich spinne, der Mann ist Hauptverdächtiger in einem Mordfall und darf in der Weltgeschichte umherreisen und dabei auch sein Noch-Sauberkeitsimage aufpolieren. Unglaublich. Bananenrepublik Südafrika. Jeder dunkelhäutige oder aus der Unterschicht stammende Mann wäre in solch einem Fall schon in Ketten gelegt. Rassen- und Klassenjustiz.
3. Pistorius
spon-1291141701081 28.03.2013
@medienkenner : Sie brauchen nicht zu spinnen. DAS ist Südafrika. Dort herrscht der Weiße, dort haben die Nachkommen der Kolonialmächte die Oberhand und regieren wie sie wollen. Ich war selbst jahrelang in südafrika und ich habe mich manchesmal geschämt ein Weißer zu sein. Auch schon im Flugzeug benehmen sich diese "Afrikaans" ehrlich gesagt und wie erlebt, wie die Schweine. Mich würde es nicht wundern, wenn man demnächst einen "schwarzen" als Mörder (er-) findet und diesen Pistorius freilässt !!!
4. Ach nee
motzbrocken 28.03.2013
warum wohl soll er sich in ein Land ohne Auslieferungsvertrag begeben? Warum wohl nur? Hmm? Weil ihm zu Hause wegen Mord Knast droht? Könnte das evtl ein Grund sein? Wie der Vorforist schon bemerkt hat: Klassenjustiz. Armes Süd-Afrika!! Kann man nur hoffen, dass der keine Einladungen aus dem Ausland erhält. Könnte für so ein Veranstalter rufschädigend sein, wenn Mordverdächtige Goldmedaillen gewinnen. Uns wie denn erst, falls er wirklich schuldig gesprochen wird.
5. Na das gleicht doch Bubi Scholz !
iffel1 28.03.2013
Und da das Südafrika ist, werden das sicher nicht einmal 3 Jahre für ihn. Mal sehen, ob er auch den Rest Bubi Scholzens Leben anpasst...
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Bevölkerung: 50,492 Mio.

Hauptstadt: Pretoria

Staats- und Regierungschef: Jacob Zuma

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