Verurteilter Sprintstar Oscar Pistorius in den Hausarrest entlassen

Einen Tag früher als erwartet hat Oscar Pistorius das Gefängnis in Pretoria verlassen: Der ehemalige Sprintstar muss den Rest seiner Strafe nun im Hausarrest verbüßen. Er war wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.


Nach knapp einem Jahr in Haft ist der frühere Sprintstar Oscar Pistorius am Montagabend vorzeitig in den Hausarrest entlassen worden. Das bestätigte die Strafvollzugsbehörde in Südafrika. Ursprünglich war damit gerechnet worden, dass Pistorius die Haftanstalt Kgosi Mampuru II in der Hauptstadt Pretoria erst am Dienstag verlassen darf.

Pistorius hatte am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp mit vier Schüssen durch eine geschlossene Toilettentür getötet. Wegen fahrlässiger Tötung wurde er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, nach seiner Haftentlassung muss er in Psychotherapie bleiben und sich strengen Auflagen unterwerfen.

In Südafrika ist die Umwandlung einer Haftstrafe in Hausarrest nach Ableistung von einem Sechstel der Strafe möglich. Pistorius durfte wegen guter Führung nun bereits in den Hausarrest, laut einem Behördensprecher hält er sich bereits in der Villa eines Onkels auf.

Pistorius hatte stets behauptet, hinter der Tür einen Einbrecher vermutet zu haben. Aus Sicht der südafrikanischen Staatsanwaltschaft handelte der Sportler jedoch bewusst, sie verfolgt deshalb eine Anklage wegen Mordes. Auch die Eltern der getöteten Steenkamp werfen Pistorius absichtliche Tötung vor. In diesem Fall würde Pistorius eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren drohen. Der Berufungsprozess beginnt am 3. November.

Als Kind wurden Pistorius wegen eines Gendefekts beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Als Sprinter wurde er weltweit bekannt, als er mit seinen High-Tech-Prothesen aus Carbon bei den Paralympics mehrere Titel holte.

aar/dpa



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