Mordverfahren gegen Oscar Pistorius: TV-Sender zeigt Fotos vom Tatort

Sprintstar Oscar Pistorius vor Gericht (Archivbild): Zur Großansicht
AP/dpa

Sprintstar Oscar Pistorius vor Gericht (Archivbild):

Blutlachen im Bad, zwei Einschusslöcher in der Tür: Im Mordverfahren gegen den südafrikanischen Sprintstar Oscar Pistorius sind Fotos vom Tatort aufgetaucht. Wie der britische TV-Sender Sky News an die Bilder kam, ist unklar - eigentlich sind sie unter Verschluss.

Hamburg - Wenige Tage vor der Fortsetzung des Mordverfahrens gegen den südafrikanischen Athleten Oscar Pistorius sind Bilder vom Tatort aufgetaucht. Der britische Fernsehsender Sky News zeigte Aufnahmen vom Badezimmer, in dem Pistorius im Februar seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen hatte.

Der als "Blade Runner" bekannt gewordene Sportler beteuert, dass es ein tragisches Versehen war und er seine Freundin für einen Einbrecher gehalten habe. Er wurde gegen Kaution freigelassen.

Auf den TV-Bildern sind Blutlachen sowie zwei Einschusslöcher in einer Tür zu sehen. Eigentlich sind die Fotos wegen der laufenden Ermittlungen unter Verschluss. Der Sender Sky News teilte nicht mit, wie er an die Bilder kam. Auch die südafrikanische Polizei wusste nicht, wo die Fotos herkamen. Pistorius' Anwälte hätten bei der Anklagevertretung gegen den Vorgang protestiert, sagte Verteidiger Brian Webber.

Die beiden Einschusslöcher, die auf den Bildern zu sehen sind, befinden sich unterhalb der Türklinke - und das scheint die Aussage des unterschenkelamputierten Sportlers zu stützen, er habe geschossen, während er auf seinen Beinstümpfen stand. Der Polizei zufolge feuerte Pistorius in seinem Haus in Pretoria drei Schüsse ab, die seine 29-jährige Freundin an Kopf, Ellbogen und Hüfte trafen. Sky News zeigte auch ein Bild von einem eingepackten Geschenk, das Steenkamp ihrem Freund zum Valentinstag geben wollte.

Pistorius soll am kommenden Dienstag wieder vor Gericht erscheinen, voraussichtlich zu einer kurzen Anhörung. Der eigentliche Prozess wird gegen Ende dieses Jahres erwartet. Im Fall seiner Verurteilung droht dem 26-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe.

aar/AFP/Reuters

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Südafrika ist ein korruptes Land...
Spirit in Black 31.05.2013
...und Pistorius hat sehr viel Geld...
2. Einschusslöcher unterhalb der Türklinke?
meischer_eder 31.05.2013
Sieht mir eher danach aus, dass die Löcher in der oberen Türhälfte sind. Würde dann auch gegen die Aussage von Pistorius sprechen ...
3. selbst wenn die Löcher
marny 31.05.2013
unterhalb der Türklinke sind, kann er trotzdem die Beinprothesen angehabt haben, es kommt auf den Abstand zur Tür an und in welcher Absicht (in welchem Winkel) er schoss. Es dürfte ein Leichtes sein, den Winkel und den Schussabstand zu rekonstruieren. Wer schiesst durch eine Tür in Brusthöhe, wenn er vermuten muss, der Einbrecher duckt sich hinter der Tür. Völlig unlogisch die Waffe horizontal auszurichten ! Aber in niedriger Schusshöhe trifft man auf jeden Fall - die Beine oder den Oberkörper !
4. er wollte Volltreffer erzielen
dcrwiesbaden 31.05.2013
die Höhe der Einschußlöcher hat mehr mit der beabsichtigten Zielsetzung und dem Tötungsvorsatz zu tun. Die Schußrichtung und Schußhöhe galten der auf dem Klorand kauernden Freundin. Bei einem vermeintlichen Einbrecher hätten sich die Einschüsse oberhalb der Türklinke befunden. Die Tötungsabsicht ist durch die drei abgegebenen Schüsse auf Klositzhöhe erwiesen. Er wußte ganz genau wie es sich anhört, wenn seine Freundin sich auf das Klo setzt. Die Mörderschaft des ganz und gar unsportlichen Täters lässt keine anderen vernünftigen Zweifel zu. Die Einschußhöhe entlastet nicht den Mörder. Sie stützt vielmehr den Tötungswillen mit oder ohne angeschnallte Prothesen.
5. Mord
dido007 31.05.2013
Sie ist geflüchtet - und er hat sie ermordet. Er wusste offenbar, dass sie auf dem Klo saß. Der Einbrecher wäre sicher nicht da gesessen.
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