Urteil in Pretoria Oscar Pistorius wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen

Oscar Pistorius ist wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß für den südafrikanischen Sportler steht noch nicht fest.


Pretoria - Der südafrikanische Sportler Oscar Pistorius ist in Pretoria wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig gesprochen worden. Ob und wie lange der Athlet nun ins Gefängnis muss, steht noch nicht fest.

Den Urteilsspruch von Richterin Thokozile Masipa nahm Pistorius gefasst auf - er zeigte kaum eine Regung. Nach der Verlesung des Urteils schien er sich stattdessen leicht vor Masipa zu verbeugen; später saß er still neben seiner Schwester. Die Angehörigen des Opfers hingegen brachen laut dem Sender "News24" in Tränen aus, als die Richterin ihre Entscheidung bekanntgab.

Bereits am Donnerstag hatte Masipa einen Mord oder Totschlag ausgeschlossen. Für die Staatsanwaltschaft ist das eine Niederlage. Aus Sicht der Anklage tötete Pistorius seine Freundin Steenkamp absichtlich, als er in der Nacht zum Valentinstag 2013 in seinem Haus durch eine geschlossene Tür schoss.

Schüsse nie bestritten

Der beinamputierte Paralympics-Star hat die Schüsse nie bestritten. Er argumentiert aber, hinter der geschlossenen Toilettentür einen Fremden vermutet und aus Panik vor dem vermeintlichen Einbrecher geschossen zu haben.

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Pistorius-Urteil: Niederlage für die Staatsanwaltschaft
Die Richterin legte das Strafmaß wie erwartet noch nicht fest. Es wird möglicherweise erst in einigen Wochen bekannt gegeben. In der Zwischenzeit können Staatsanwaltschaft und Verteidigung Gründe entweder für ein besonders hartes Urteil oder für mildernde Umstände vorlegen. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung beträgt in Südafrika 15 Jahre, eine Mindeststrafe gibt es nicht. Auch eine Aussetzung zur Bewährung ist möglich.

Die Vertreter der Anklage zeigten sich enttäuscht über das Urteil. Die Staatsanwaltschaft will nun entscheiden, ob sie Berufung einlegt.

Masipa widmete sich in der Urteilsverkündung auch anderen Waffenvergehen. In zwei Fällen wurde Pistorius von den Vorwürfen freigesprochen. Schuldig sprach die Richterin ihn wegen eines Vorfalls in einem Restaurant, bei dem der Südafrikaner unter dem Tisch eine Pistole abgefeuert hatte.

Pistorius stand seit dem 3. März vor Gericht - es war einer der spektakulärsten Prozesse der südafrikanischen Geschichte. Insgesamt hatten Anklage und Verteidigung 36 Zeugen aufgeboten.

Zunächst darf der Prothesensprinter nun wohl ins Haus seines Onkels zurückkehren, wo er seit seiner Freilassung auf Kaution im vergangenen Jahr wohnt. Nach der Verkündung des Strafmaßes könnte er laut südafrikanischen Rechtsexperten sofort in ein Gefängnis gebracht werden. Dann müsste Pistorius erneut einen Antrag stellen, um auf Kaution freizukommen, bis ein mögliches Berufungsverfahren abgeschlossen ist. Das neue Verfahren könnte rund ein Jahr dauern.

rls/dpa/AP/Reuters

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insgesamt 125 Beiträge
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Seite 1
Nikimuk 12.09.2014
1.
hoffentlich 15Jahre
cs01 12.09.2014
2.
Insgesamt dürfte er damit sehr gut davongekommen sein.
Immanuel_Goldstein 12.09.2014
3.
Irgendwie merkwürdig. Obwohl nach Maßgabe der Richterin keine Hinweise für Vorsatz vorliegen, entscheidet sie auf "Fahrlässigkeit", obwohl für "Fahrlässigkeit" eigentlich überhaupt gar keine schlüssigen Hinweise vorliegen. Angesichts der Faktenlage ist Fahrlässigkeit vollkommen auszuschließen.
karend 12.09.2014
4. Das war's
Bei vier Schüssen von fahrlässig zu sprechen, erscheint mir weit hergeholt. Wenn ihm jedoch der Vorsatz nicht nachgewiesen konnte, war es wohl die einzige Möglichkeit. Die Tragödie bleibt weiterhin nebulös.
Valis 12.09.2014
5. Hohn!
Er müßte wegen Totschlags verurteilt werden! Das kann sich sogar ein Kleinkind zusammenreimen! Unverständlich!
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