Rockergruppe Innenministerium verbietet "Osmanen Germania"

Die "Osmanen Germania" gelten als gefährliche Rockergruppe, die enge Beziehungen zum türkischen Staat haben soll. Nun haben die Sicherheitsbehörden die Bande in Deutschland verboten.

Mitglieder der "Osmanen" in Frankfurt am Main
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Mitglieder der "Osmanen" in Frankfurt am Main


Das Bundesinnenministerium hat die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania BC" einschließlich ihrer Teilorganisationen verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt.

"Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", teilte das Ministerium mit. Zudem liefen am Morgen Durchsuchungsmaßnahmen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gegen Mitglieder.

Bei dem deutsch-türkischen Rockerklub hatten sich Schläger und Zuhälter zusammengefunden. Nach Schätzungen der Polizei hat der Verein bundesweit mindestens 300 Mitglieder. Die Bande pflegte gute Beziehungen zum türkischen Staat - bis nach ganz oben zur Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan (lesen Sie hier mehr über die Hintergründe).

Mord, Erpressung, Drogenhandel

Das jetzige Verbot stützt sich auf das Vereinsgesetz. Zweck und Tätigkeit der "Osmanen Germania" liefen den Strafgesetzen zuwider, teilte das Ministerium mit. Betroffen sind auch alle 16 Ortsgruppen des Vereins, die sogenannten Chapter.

Innenminister Horst Seehofer erklärte, Bund und Länder bekämpften entschieden alle Erscheinungsformen organisierter Kriminalität, auch rockerähnliche Gruppierungen. "Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann von uns keine Nachsicht erwarten", sagte der CSU-Politiker laut einer Mitteilung des Ministeriums. Mitglieder des Vereins verübten schwere Straftaten.

Zuletzt hatte es im März Razzien gegen die Gruppe in mehreren Bundesländern gegeben. Das Verbot stützt sich laut Innenministerium auch auf Erkenntnisse, die damals gewonnen wurden. Ziel war es, nähere Informationen über Struktur und Leitung des Vereins und das Zusammenwirken mit seinen Teilorganisationen zu erlangen.

In Stuttgart läuft seit März ein Prozess gegen acht mutmaßliche "Osmanen"-Mitglieder, darunter drei, die zur weltweit höchsten Führungsebene gerechnet werden. Den Männern werden unter anderem versuchter Mord, Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution sowie Zuhälterei und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

mxw/dpa



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