Ottfried-Fischer-Prozess: Freispruch für "Bild"-Redakteur

Im Prozess um ein Sexvideo von Ottfried Fischer hat das Gericht den angeklagten "Bild"-Redakteur freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe gefordert, da der Reporter ihrer Ansicht nach Fischer mit dem Film unter Druck gesetzt hatte. Doch dem Richter fehlte der Beleg.

Ottfried Fischer im Münchner Gericht (Dezember 2012): Freispruch für "Bild"-Redakteur Zur Großansicht
dapd

Ottfried Fischer im Münchner Gericht (Dezember 2012): Freispruch für "Bild"-Redakteur

München - Im neu aufgerollten Prozess um ein Sexvideo mit dem Kabarettisten Ottfried Fischer hat das Landgericht München einen angeklagten Redakteur der "Bild"-Zeitung freigesprochen. Die Kammer sah den Vorwurf der Staatsanwaltschaft nicht belegt, dass der Reporter Fischer mit einem Sexvideo unter Druck gesetzt und zu einem Interview gezwungen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 42.000 Euro für den Reporter wegen Nötigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs gefordert. Der 59-jährige Fischer trat in der Neuverhandlung wieder als Nebenkläger auf.

Eine persönliche Schuld des Angeklagten sei nicht feststellbar gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Hensel. Er betonte aber: "Was da passiert ist, ist eine Riesen-Sauerei. Was der einzelne in seiner Wohnung macht, geht niemanden etwas an."

Der Fernsehstar war 2009 heimlich mit Prostituierten gefilmt worden. Der Journalist erwarb die pikanten Aufnahmen und fragte bei Fischers PR-Agentin eine Stellungnahme des Schauspielers an. Kurz darauf erschien ein Exklusivinterview mit Fischer in der "Bild"-Zeitung. Der Schauspieler gab an, er habe um seine Existenz gebangt und deshalb mit der "Bild"-Zeitung kooperiert.

Der Fall ging bereits durch mehrere Instanzen. 2010 verurteilte das Amtsgericht München den Reporter zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro. Das Urteil wurde 2011 vom Landgericht aufgehoben und dessen Freispruch wiederum vom Oberlandesgericht revidiert. Nach Einschätzung des Richters könnte der Fall bis vor das Bundesverfassungsgericht gehen.

bim/dapd/dpa

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