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Verschwundene im Outback: Australischer "Hannibal Lecter" soll Mordserie gestanden haben

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Corbis

Flinders Highway: Beiname "Highway des Todes"

Der Australier Andy Albury sitzt wegen Mordes an einer jungen Frau im Gefängnis. Nun behauptet ein ehemaliger Polizist, der Mann habe 14 weitere Morde gestanden. Damit wäre "Australiens Hannibal Lecter" für eine seit Jahrzehnten ungeklärte Mordserie am "Highway des Todes" verantwortlich.

Brisbane - Einer der berüchtigtsten Verbrecher Australiens könnte der Schlüssel zur Aufklärung von mehr als einem Dutzend ungeklärter Kriminalfälle sein. Das behauptet der pensionierte Polizist Les Chapman. Er nahm 1983 Andy Albury fest, auch "Australiens Hannibal Lecter" genannt. Albury hatte eine Frau namens Gloria Pindan mit einer abgebrochenen Flasche grausam zugerichtet und umgebracht. Er wurde verurteilt, sitzt seither im Gefängnis - ohne Chance, jemals wieder herauszukommen.

Chapman hat nun der australischen Zeitung "The Courier-Mail" gesagt, Albury habe ihm 14 weitere Morde gestanden. "Wir haben ihn nur wegen einem drangekriegt. Aber wir wissen, dass er die anderen umgebracht hat."

"Die anderen" bezieht sich auf 14 Fälle, in denen junge Menschen verschwanden, als sie auf dem Flinders Highway, einer 500-Meilen-Straße im Bundesstaat Queensland, unterwegs waren. Manche der Leichen wurden später gefunden. Die Fälle trugen der Straße den Namen "Highway des Todes" ein. Falls Chapmans Vermutungen stimmen, wäre Albury für eine der schlimmsten Mordserien in der Geschichte Australiens verantwortlich. Die Polizei hat zu Chapmans Aussagen noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

"Wenige Psychopathen auf der Erde, die so gefährlich sind"

Der Flinders Highway führt auch am Ort Hughenden vorbei, knapp 1200 Kilometer nordwestlich von Brisbane. In dem Nest suchten Ermittler in der vergangenen Woche in einem Schlachthof nach Indizien. Albury arbeitete einst in dem Betrieb. Die Polizei soll neue Spuren im Mordfall Tony Jones haben. Der junge Mann war als Anhalter auf dem Flinders Highway unterwegs. Er war das letzte Opfer, das verschwand. Das war 1982, ein Jahr, bevor Ermittler Albury zu fassen bekamen.

"Jemand hätte getötet, in Stücke geschnitten und an die Schweine verfüttert werden können, ohne dass es jemand bemerkt hätte", sagt allerdings Stewart Christensen, dem der Schlachthof heute gehört. "Man würde nie eine Leiche oder DNA-Spuren finden" - es gebe in der Gegend viele Löcher voller alter Knochen.

"Ich habe der Polizei gesagt, dass Albury im Nordwesten von Queensland aktiv war", sagte Chapman laut der Zeitung "Courier-Mail". "Er ist der Hauptverdächtige. Wenn er es nicht war, muss es jemand in derselben Kategorie sein, aber es gibt sehr wenige Psychopathen auf der Erde, die so gefährlich sind wie er."

Australische Zeitungen zitierten aus einer psychiatrischen Beurteilung Alburys, die Chapmans Einschätzung stützt. Er habe eine Störung, die ihn gegenüber Tötungen gleichgültig sein lasse. "Er hat eine Phantasie, eine Stadt mit gelegentlichen Morden ohne Motiv zu terrorisieren, um den Leuten Angst zu machen, sie könnten das nächste Opfer sein." Als ein Psychiater Albury fragte, weshalb er getötet habe, sagte er, es schere ihn nicht, wen er umbringe. Einen Menschen zu töten sei, "wie auf eine Kakerlake zu treten".

ulz

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