Kolumbianischer Drogenbaron Behörden reißen Villa von Pablo Escobar ab

Für Bürgermeister Gutiérrez ist es ein "Symbol der Illegalität": Im kolumbianischen Medellín soll eine Villa Pablo Escobars einem Park für die Opfer des Drogenbosses weichen - der vielen als Held gilt.

Escobar-Anwesen "Monaco" im Jahr 2011
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Escobar-Anwesen "Monaco" im Jahr 2011


Pablo Escobar war kolumbianischer Drogenbaron und über Jahre hinweg einer der meistgesuchten Kriminellen Südamerikas - ist aber für viele Menschen in Kolumbien ein Held. Doch die Behörden stören sich an dem Gedenken für den Kopf des für Kokaingeschäfte bekannten Medellín-Kartells, der auch für seine Wohltaten für Menschen in Elendsvierteln bekannt war.

Eines der wichtigsten Wohnhäuser Escobars in Medellín wird deshalb nun dem Erdboden gleich gemacht. "Das Gebäude 'Monaco' wird abgerissen. Ich bin davon überzeugt, dass alle Symbole der Illegalität in Medellín fallen müssen", sagte Bürgermeister Federico Gutiérrez.

Ein weiteres, Hunderte Quadratmeter großes Anwesen Escobars in Miami Beach war bereits Anfang 2016 abgerissen worden. Käufer Christian de Berdouare hatte gehofft, bei dem Abriss auf Bargeld, Gold und Schmuck zu stoßen. Angeblich wurde zumindest ein Safe gefunden. Auf einer früheren Ranch des Drogenbosses am Rio Magdalena in Kolumbien indes machten sich Nilpferde breit.

In Medellín will es Gutiérrez nicht soweit kommen lassen. Gemeinsam mit Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas und Justizminister Enrique Gil verkündete er den Abriss des Gebäudes. "Es ist ein Symbol dafür, dass nach Jahren des Kampfes das Gute über das Böse siegt", sagte Gutiérrez. An der Stelle von Escobars Haus soll ein Park im Gedenken an die Opfer des Drogenbarons entstehen.

Escobar mit Bodyguard 1983
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Escobar mit Bodyguard 1983

Escobar und das Medellín-Kartell hatten in den Achtzigerjahren den internationalen Kokain-Schmuggel kontrolliert und waren auch für den Tod Tausender Menschen verantwortlich.

Nachdem Escobar dem kolumbianischen Staat den Krieg erklärt hatte, starb er 1993 bei einem Polizeieinsatz. Darüber wer den tödlichen Schuss abgegeben hatte, gibt es verschiedene Theorien.

Video: Kokain - der Killer Kolumbiens

apr/dpa

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