Kieler Bucht Polizei findet Weltkriegspanzer in Keller von Villa

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mann aus Heikendorf. Im Keller seines Hauses stellte die Polizei einen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg und weiteres militärisches Gerät sicher.

DPA

Ungewöhnlicher Einsatz in einem noblen Viertel direkt an der Ostsee bei Kiel: Mit zwei Bergepanzern der Bundeswehr sind Ermittler zur Durchsuchung einer Villa in Heikendorf angerückt. Im Keller des Hauses stießen sie auch auf einen Weltkriegspanzer. Der Grund für die Aktion sind Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Bei dem Hausbesitzer aus dem Heikendorfer Ortsteil Kitzeberg soll es sich um einen Mann Ende 70 handeln. Im Zuge der Ermittlungen wegen nach Jahrzehnten wieder aufgetauchter Nazi-Kunst waren die Behörden auf seine Spur gelangt. "Er lebt hier sehr zurückgezogen", sagte Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth.

Der Verteidiger des Mannes wies die Vorwürfe zurück. Im Keller seines Mandanten stehe zwar ein Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg vom Typ Panther, sagte Rechtsanwalt Peter Gramsch. "Der ist aber demilitarisiert." Er schieße nicht mehr. Damit falle der Panzer auch nicht unter das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte der Anwalt. Gleiches gelte für anderes militärisches Gerät in dem Haus.

"Er hat ein gewisses Faible für bestimmte Dinge"

Der Panzer sei in dem Ort bekannt gewesen, sagte Bürgermeister Orth. "Damit ist der Mann schon bei der Schneekatastrophe 1978 durch Kitzeberg gejuckelt." Über den Besitzer könne er aber nicht viel sagen - nur: "Er hat ein gewisses Faible für bestimmte Dinge. Darüber kann man verschiedener Meinung sein."

Für die Ermittler und Kampfmittel-Spezialisten gibt es an diesem Mittwoch reichlich Arbeit. Laut Deutscher Presseagentur entdeckten sie in dem Haus an einem kleinen Privatweg umfangreiches militärisches Gerät, das sie nun näher untersuchen müssen. Sie sollen auch nach einem Torpedo gesucht haben. Die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß bestätigte lediglich, dass gegen den Besitzer wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt wird.

wit/dpa

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