Guerilla-Angriff Deutsche Auswanderer in Paraguay erschossen

Im Norden Paraguays sind die Leichen eines deutschen Ehepaars gefunden worden. Die Auswanderer waren von ihrer Rinderfarm verschleppt worden, vermutlich von Mitgliedern einer Guerilla-Organisation.


Asuncion - Ein deutsches Ehepaar ist in Paraguay erschossen worden. Die Auswanderer waren am Mittwoch auf ihrer Rinderfarm in Yby Yau im Norden des Landes überfallen und zusammen mit vier Arbeitern verschleppt worden.

Zwei Mitarbeiter konnten sich befreien, sie berichteten, die Geiselnehmer hätten Tarnuniformen getragen und offenbar dem Kommando von Esteban Marin unterstanden, einem Mitglied der Guerilla-Organisation Paraguayische Volksarmee (EPP).

Roberto N., 60, und Erika R., 53, wurde nach Angaben der Behörden in den Rücken geschossen. Paraguays Innenminister Francisco de Vargas sagte, die Attentäter hätten die beiden wohl ermordet, weil sie auf der schnellen Flucht nicht mithalten konnten. Ihre Leichen sollen nun nach Deutschland überführt werden.

Paraguays Präsident Horacio Cartes sagte in einem Statement, die Mörder seien Feiglinge und die Behörden würden alles tun, um sie zu schnappen: "Es ist fast unmöglich zu verstehen, dass Menschen so grausam sein können."

Eine Nachbarfarm der Deutschen war am Sonntag überfallen worden, dabei gingen zwei Traktoren und ein Haus, in dem Arbeiter untergebracht waren, in Flammen auf. Die Gruppe hinterließ einen Drohbrief, in dem sie 300.000 Dollar und Rindfleisch für benachbarte Gemeinden forderte - als Strafe für Rodungen. "Die Natur gehört nicht uns, sie ist von kommenden Generationen geborgt", hieß es in dem Brief.

Dem Nachbarn wurde eine Frist bis zum 6. Februar gesetzt, um den Forderungen nachzukommen.

In Paraguay werden immer wieder Farmen, Militärposten und Polizeistationen von Guerillatruppen angegriffen. Seit 2008 starben dabei mindestens drei Soldaten, 13 Polizisten und 26 Zivilisten.

vet/AP

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