Frankreich Ärzte dürfen Beatmung einstellen - gegen Willen der Eltern

Eine 14-Jährige liegt seit mehreren Monaten mit schweren Hirnschäden im Koma. Die Ärzte wollen die Beatmung einstellen. Dagegen klagten die Eltern - erfolglos.

Xavier Domino, Sprecher des Staatsrats
AFP

Xavier Domino, Sprecher des Staatsrats


In Frankreich sind die Eltern eines Mädchens vor Gericht gescheitert, die die Beatmung ihrer Tochter aufrechterhalten wollten - gegen die Entscheidung der behandelnden Ärzte. Die Jugendliche liegt mit schweren Hirnschäden im Krankenhaus.

Der Staatsrat in Paris, das oberste Verwaltungsgericht des Landes, wies einen Einspruch der Eltern der 14-Jährigen ab. "Damit liegt es jetzt im Ermessen des für das Kind zuständigen Mediziners, ob und wann die Entscheidung zur Einstellung der Behandlung umgesetzt wird", teilte der Staatsrat mit.

Die 14-Jährige, die eine Autoimmunerkrankung hat, war im vergangenen Juni mit Kreislauf- und Atemstillstand gefunden und ins Krankenhaus von Nancy gebracht worden. Dort stellten die Ärzte schwere Hirnschäden fest. Weil sie keine Aussicht auf Besserung sahen, entschied der behandelnde Arzt im Juli 2017 nach dem dafür vorgesehenen Verfahren, die künstliche Beatmung einzustellen - es war zuvor nicht gelungen, einen Konsens mit den Eltern zu erreichen.

Diese zogen gegen die Entscheidung vor Gericht, scheiterten aber sowohl in erster Instanz als nun auch in der Berufung. Die Richter des Staatsrats begründeten dies unter anderem mit dem irreversiblen Verlusts der Autonomie des Kindes, zudem gebe es keine ernsthafte Anfechtung der ärztlichen Analyse.

bbr/dpa

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