Paris Aufschrei gegen Polizeigewalt

Ein Polizist soll in Paris einen jungen Mann schwer misshandelt haben, seitdem kommt es in der Metropole immer wieder zu Unruhen. Nun sind mehr als 2000 Menschen auf die Straße gegangen - voller Wut.

AFP

Hunderte Menschen haben in Paris gegen Polizeigewalt demonstriert. 2300 Demonstranten nahmen an Kundgebungen gegen Polizeigewalt teil, wie der Sender Franceinfo berichtete.

Zu der Kundgebung hatten Anti-Rassismus-Organisationen aufgerufen. Es herrschten hohe Sicherheitsvorkehrungen, Polizisten riegelten die Place de la République im Osten der Metropole weiträumig ab. Autos wurden umgeleitet, Demonstranten mussten Taschenkontrollen passieren.

In den zurückliegenden Wochen war es in Paris und einigen Vororten bei Protesten zu Ausschreitungen gekommen. So hatten vor einer Woche nach Polizeiangaben Hunderte gewaltbereite Personen eine zunächst friedliche Demonstration im Vorort Bobigny gestört.

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Frankreich: Pariser Proteste

Mit Geschossen bewarfen sie Ordnungskräfte, öffentliche Gebäude und Läden. Ein Kind musste nach Angaben der zuständigen Präfektur aus einem brennenden Auto gerettet werden.

Anlass für die Unruhen ist die umstrittene Festnahme eines 22-Jährigen vor gut zwei Wochen. Ein Beamter wird verdächtigt, den jungen Mann mit einem Schlagstock vergewaltigt zu haben.

Der junge Mann musste operiert werden und soll noch immer im Krankenhaus liegen. Die Justiz ermittelt in diesem Fall gegen den mutmaßlichen Täter sowie drei andere wegen vorsätzlicher Gewalt.

Die Gewalt in Vorstädten und die Anti-Polizei-Proteste sind auch Thema im Präsidentenwahlkampf. Die Rechtspopulistin und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen fordert, Demonstrationen gegen die Polizei zu verbieten.

Im Video: Tränengas und Randale in Paris

Die Chefin der rechtsextremen Front National (FN) gilt als Favoritin für den ersten Wahlgang im April. Umfragen sehen jedoch den unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron als Sieger der entscheidenden Runde im Mai.

mxw/dpa



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